Newsletter Küstenkanuwandern (Nr. 32/11)
(Aktuelle Infos: 1.03. – 31.07.11)
Udo Beier,
DKV-Referent für Küstenkanuwandern,
informiert zu
den folgenden Themen:
Ausbildung,
Ausrüstung, Befahrensregelung/Recht, Geschichte, Gesundheit,
Literatur/Links,
Natur, Revier/Inland, Revier/Ausland, Wetter
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18.07.2011 Nordseequerung
(Shetland – Norwegen) (Geschichte)
14.07.2011 Flachwasserrollen in der Brandung (Gesundheit)
11.07.2011 Gezeitendaten für Dänemark, Grönland und Faröer (Revier/Ausland)
10.07.2011
Infos über das dänische Wattenmeer (Revier/Ausland)
08.07.2011 Ligurische Küste (Italien) (Revier/Ausland)
28.06.2011 Kajakverluste an Grönlands Westküste (Ausbildung)
17.06.2011 Eisbärenangriff auf Kanuten (Spitzbergen)
(Revier/Ausland)
13.05.2011 Seewetterbericht (Link-Liste) (Wetter)
11.05.2011
Rettungsaktion vor Felsküste – 10 Varianten (Ausbildung)
09.05.2011
Dänische + Deutsche Ostsee (Samsö – Usedom) (Revier/Ausland + Inland)
03.05.2011 Aland-Inseln (Revier/Ausland)
27.04.2011 Fahrtenleitertätigkeit bei rauen
Gewässerbedingungen (Ausbildung)
27.04.2011 Zurückgelassen & Verschollen (Ausbildung)
26.04.2011 Rund Korsika (Revier/Ausland)
11.04.2011 Süd-West-Irland (Revier/Ausland)
11.04.2011 Rund Falster, Lolland & Mön (Dänemark)
(Revier/Ausland)
10.04.2011 Ocean Paddler, Nr. 25/2011 (Literatur/Links)
09.04.2011
Richtig sitzen im Kajak (Ausbildung)
09.04.2011 Rund Fehmarn (Revier/Inland)
07.04.2011 Solo-Wiedereinstiegs-Methoden (Ausbildung)
03.04.2011
4-Hallig-Tour (Revier/Inland)
29.03.2011
Interview mit Atlantik-Überquerer A.Doba (Geschichte)
26.03.2011
Sitzprobleme beim Küstenkanuwandern (Gesundheit)
23.03.2011
Touren entlang Spiekeroog bzw. Langeness (EPP 3 Küste) (Ausbildung)
21.03.2011
Umweltführer für Küstenkanuwanderer (Natur)
15.03.2011
Bekanntmachungen für Seefahrer (Literatur/Links)
10.03.2011
Querung Bass Strait (Australien/Tasmanien) (Revier/Ausland)
07.03.2011
Querungen (Revier/Ausland)
06.03.2011
Koh Chang, Mak & Kut (Thailand) (Revier/Ausland)
05.03.2011
Kykladen/Dodekanes (Griechenland) (Revier/Ausland)
04.03.2011
Hai-Angriff (Ausbildung)
03.03.2011
Gescheiterte Solo-Querung von Tasmanien nach Neuseeland (Abenteuer)
02.03.2011
Europäischer Paddelpass: Abstufungen/Kriterien (Ausbildung)
01.03.2011
Rund Madagaskar (Revier/Ausland)
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18.07.2011 Nordseequerung
(Shetland – Norwegen) (Geschichte)
Z.Zt. versuchen die drei Briten Ollie Hicks (29), Patrick
Winterton und Mick Berwick (54)
als erste ohne Begleitung im Seekajak die Nordsee von den Shetlandinseln nach
Norwegen zu queren. Gestartet sind sie am Samstag, 16.7.11, um 13 Uhr. Die
Strecke ist ca. 388 km lang. Sie gehen von einer Durchschnittsgeschwindigkeit
von 5 km/h aus und setzen für die Querung 4 Tage & Nächte an mit ca. 3 Stunden
Schlaf täglich. Übrigens, die Drei sind keine Nobodys. Ollie hat z.B. 2005 solo
mit einem Ruderboot den Nord-Atlantik überquert und Patrick und Mick paddelten
vor einigen Jahren mehrere Tage & Nächte von Schottland zu den Faröer.
- Gepaddelt wird mit zwei P& H Cetus HV und einem Rockpool Menai.
- Die Kajaks sind mit Skeg ausgerüstet (obwohl es nachweislich leichter ist, über
Stunden, geschweige denn Tage, mit einem Steuer Kurs zu halten!)
- Beim Schlafen werden die Paddel geteilt, links und
rechts hinter der Sitzluke in ein extra dafür vorgesehenes Loch gesteckt. Paddelfloats an beiden Seiten
sollen zur Stabilisierung beitragen (wobei zu fragen ist, ob nach einer
Kenterung eine solche Paddelverbindung schneller zu lösen ist, als wenn
die Paddel hinter der Sitzluke auf dem Achterdeck befestigt sind?)
- Wenn es kalt und windig wird, soll ein von Reed Chillcheater eigens für diese
Tour entwickelter zeltartiger
Windschutz zum Einsatz kommen. (Eigentlich hätte ein Poncho, der am
Süllrand befestigt wird, genügt, zumal er nicht so windempfindlich ist!)
Der Tourenverlauf entspricht der Route, die im 2.
Weltkrieg norwegische Fischer fuhren, um heimlich Waffen und Agenten von
Großbritannien nach Norwegen zu transportieren (sog. „Shetlandbus“). Die
bislang zurückgelegte Strecke u.v.a.m. kann im Internet abgerufen werden:
www.kayaksonshetlandbus.com
Die Daten dafür generiert ein Spot Satellite Tracker.
Nachtrag:
(19.7.11)
Die Nordsee hat es wohl in sich. Sie ist halt kein
„Planschbecken“ für Küstenkanuwanderer!
So versuchten 1987 Arved Fuchs & Rainer Neuber in Einer-Faltbooten (Klepper) von
England nach Helgoland (ca. 500 km) zu paddeln. Ständiger Gegenwind veranlasste
sie, nach 9 Tagen (!) aufzugeben. Sie kamen in ihren Booten einfach nicht mehr
voran! (s. Beitrag von A.Fuchs in: Seekajak, Nr. 11/1987).
2001 unternahmen dann George Hartwig & Jochen Grikschat im Zweier-Seekajak (Valley)
den Versuch, von England nach Cuxhaven zu paddeln. 4-5 Tage hatten sie für die
ca. 550 km lange Strecke angesetzt. Ein zeitweise, nicht prognostizierter 5er
Wind, die falsche Verpflegung, mangelndes Training und wohl auch Zweifel an der
Durchführbarkeit ihrer Mission ließ am ersten Morgen auf See J.G. seekrank
werden. Als dann am Horizont ein Dampfer auftauchte, funkten sie ihn an und
baten darum, an Bord geholt zu werden. Immerhin hatten sie in den ca. 17Std.
die sie unterwegs waren, ca. 80 km zurückgelegt. (s. Beitrag von C.Schagen in:
Seekajak, Nr. 81/2002).
Nun hat es die drei Briten Ollie, Hicks, Patrick Winterton & Mick Berwick erwischt. Auf
dem knapp 400 km langen Weg von den Shetlands nach Norwegen zwang sie nach nur
50 km Strecke:
- ein starker Wind aus Nord bis Nord-Ost,
- niedrige Lufttemperaturen während der Nacht (+3° C)
- eiskaltes Spritzwasser
- und Wassereinbruch in die Sitzluke
zur Umkehr. O.H. & P.W. warten nun vor Ort auf
Wetterbesserung, um es dann nochmals zu wagen. M.B. jedoch hat wohl die
„Schnauze“ voll …. oder keinen Urlaub mehr!?
www.kayaksonshetlandbus.com/Pages/latest.html
Ob „uns“ Freya
es wohl geschafft hätte?!
Text:
U.Beier
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14.07.2011 Flachwasserrollen
in der Brandung (Gesundheit)
Bei einer Wanderfahrt von Höjer Richtung Fanö
herrschten Brandungsbedingungen vor Römö. Als einer kenterte und ausstieg,
nutzt eine andere die Zeit bis zum Wiedereinstieg zum Rollen.
Da es dort, wo es brandet, häufiger flacher ist,
checkte sie mit dem Paddel die Wassertiefe, richtete sich dann zur Welle aus,
um parallel zur einrauschenden Welle („Wellenluv“) hochzurollen. …. Aber sie
rollte nicht hoch, sondern stieg aus und tauchte auf.
Was war geschehen? Nun, vielleicht hatte sie eine
Flachstelle erwischt bzw. sie befand sich nach den ersten 180° im Wellental.
Auf alle Fälle hatte sie mit dem Kopf Grundberührung. Auch wenn der Untergrund
aus Sand bestand, genügt das, um für einen Moment alles schwarz vor Augen zu
sehen.
Als sie nach dem Ausstieg neben ihrem Seekajak stand:
- tat ihr nicht nur die eine Halsseite weh,
- sondern sie hatte zusätzlich noch etwas
Gleichgewichtsstörungen
- sowie auf einem Auge Sehstörungen.
Nach etwa 45 Minuten war sie wieder soweit fit, dass
sie weiter paddeln konnte. Erst aber am nächsten Tag waren Gleichgewicht &
Auge wieder okay. Lediglich der Hals schmerzte noch etwas.
Noch ’mal verdammt Glück gehabt!
Ob ein Schutzhelm hier mehr Schutz geboten hätte?
Bei felsigem Untergrund sicherlich, aber bei
Sandboden?
Ja, ja, nachher sind man & frau immer klüger und
viele haben es schon vorher gewusst:
- Man paddelt nicht mit Langschiffen in der Brandung!?
- Man paddelt entlang der Küste immer mit Helm, da dort
Brandung nie ganz auszuschließen ist!?
Nun, seit über einem Jahrzehnt ist das Tragen eines
Schutzhelmes bei den von mir veranstalteten Brandungsübungen Pflicht, auch wenn
es nur mit 10 cm wellt! Während meinen Küstenkanuwandertouren, bei denen auch
meist entlang der Brandungszone gepaddelt wird - zumindest beim Starten vom
Strand durch die Brandung hinaus und beim Anlanden am Strand durch die Brandung
hinein -, konnte ich bislang das Tragen eines Schutzhelmes noch nicht
durchsetzen. Mehrere Ansätze, eine „Helmpflicht“ durchzusetzen, sind bislang
gescheitert. Vielleicht sollte ich es nochmals versuchen, nicht weil ich es für
nötig erachte, sondern weil es andere für nötig erachten. Wenn nämlich etwas
passiert, dann haben nämlich immer die anderen Recht! Dass in der Vergangenheit
nichts Tragisches bei meinen seit über 20 Jahren – noch bei der SaU -
veranstalteten Seekajak-Touren entlang der Seeseite der Inseln passierte, zählt
dann nicht mehr.
Übrigens, bisher erlebte ich es nur einmal, dass
einer bei einer Küstenkanuwandertour entlang der Seeseite der Nordseeinseln
freiwillig einen Schutzhelm trug … letztlich weil er es so gewohnt ist … als
Wildwasserfahrer.
Text: U.Beier
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11.07.2011 Gezeitendaten
für Dänemark, Grönland und Faröer (Revier/Ausland)
Wer an den Tidendaten von Dänemark & Co. interessiert ist, kann sie
sich mit dem Stichwort „Tidevandstabel“ ergoogeln und kommt so zu den folgenden
Links:
Dänemark:
http://frv.dk/Maalinger/Farvandsmaalinger/Documents/tidevand/Tide11_DK.pdf
http://frv.dk/Maalinger/Farvandsmaalinger/Documents/tidevand/Tide12_DK.pdf
Grönland:
http://frv.dk/Maalinger/Farvandsmaalinger/Documents/tidevand/Tide11_GR.pdf
http://frv.dk/Maalinger/Farvandsmaalinger/Documents/tidevand/Tide12_GR.pdf
Faröer:
http://frv.dk/Maalinger/Farvandsmaalinger/Documents/tidevand/Tide11_FR.pdf
http://frv.dk/Maalinger/Farvandsmaalinger/Documents/tidevand/Tide12_FR.pdf
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10.07.2011 Infos
über das dänische Wattenmeer (Revier/Ausland)
Wer mal mehrere Tage entlang des dänischen
Wattenmeeres paddeln möchte, der hat die Wahl der Qual.
Er könnte von Varde
(liegt nördlich von Esbjerg an der Varde A) aus starten und als Ziel die Vida Sluse (Mündung der Vida, nahe
Höjer) anpeilen oder bei südlichen Winden von der Vida Sluse aus starten und
dann hoch nach Varde paddeln. Die entsprechenden Übernachtungsmöglichkeiten
bietet der „Varde Roklub“ in Varde: www.varderoklub.dk (vorher Anfragen) oder
der Zeltplatz „Vadehavs Camping“ in Emmerlev (3 km nördlich der Vida Sluse).
Der Start von Varde aus ist unproblematisch. Anders sieht es bei „Vadehavs
Camping“ aus; denn dort ist das Ufer verschlickt, d.h. ein Starten/Anlanden ist
nur bei Springtide und Hochwasser sinnvoll. Es empfiehlt sich daher, die Vida
Sluse als Anlande-/Startort auszuwählen.
Daneben gibt es ein paar Zwischenstationen, von wo ebenfalls aus gestartet/angelandet werden
kann, und zwar von:
- der Varde A-Brücke der Straße Nr. 463 nordwestlich von
Esbjerg;
- z.B. Zeltplatz in Hjerting (nordwestlich von Esbjerg);
- der Kammersluse (Mündung der Ribe A ca. 6 km westlich
von Ribe);
- Havneby (Fährhafen von Römö (auf der Wattseite);
Als Übernachtungsmöglichkeiten
unterwegs bieten sich – sofern man nicht biwakieren will – u.a. an:
- der Fanö Roklub in Nordby/Fanö (Nordspitze): www.fanoroklub.dk
(vorher Anfragen!);
- der Zeltplatz nahe Sönderho/Fanö (Südspitze);
- der Zeltplatz auf Mandö;
- die Zeltplätze auf Römö.
Die Zeltplätze sind jedoch nur per Bootswagen zu
erreichen.
Folgende weitere Infos über das dänische Wattenmeer
mögen von Interesse sein:
Seekarten:
Dänische
Seekarten:
DK61 und DK60 (z.Zt. nicht lieferbar)
Delius
Klasing-Sportbootkarten: Satz 6 - Dänische Nordseeküste u.a. (Stand: 1/11) (entspricht
den dänischen Seekarten)
erhältlich über: z.B. www.hansenautic.de
Gezeitendaten:
http://frv.dk/Maalinger/Farvandsmaalinger/Documents/tidevand/Tide11_DK.pdf
Strömungsdaten:
www.bsh.de/aktdat/modell/stroemungen/db1/db1.htm
Windprognosen:
www.seewetter.de > Europa > Nordsee
> Dänische Küste > Römö (3+2-Tage-Prognose)
www.windfinder.com > Europa >
Dänemark > Römö (3 bzw. 5-Tage-Prognose)
oder: SMS-Dienst von www.wetterwelt.de
(30 Abrufe – 20 Euro)
Befahrungsregelungen:
http://www.naturstyrelsen.dk/Udgivelser/Foldere/Reservater/VadehavetSejlads.htm
Landschaftsinfos
über:
Fanö: http://www.naturstyrelsen.dk/NR/rdonlyres/058595A1-94C7-4928-9EC8-F22AB220144A/0/82T_Fanoe.pdf
Römö: http://www.naturstyrelsen.dk/NR/rdonlyres/F7E0C789-D0BF-42E9-B942-2776A8EBA02F/0/77T_RoemoeA3.pdf
Toureninfos:
www.kanu.de/nuke/downloads/Tourenbericht-DK-Wattenmeer.pdf
Seenotrettung:
Tel. 0045-89433099
Tel. 0049-421536870 (SAR-Bremen – Notruf aus DK wird
weitergeleitet!)
Zusammenstellung: U.Beier
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08.07.2011 Ligurische
Küste (Italien) (Revier/Ausland)
In der YACHT berichtet M.Amme
in dem Beitrag:
„Magische
Momente“ (Ligurische Küste)
über jenen gut 100 km langen Abschnitt zwischen Genua bis La Spezia, der
auch als Riveria di Levante bezeichnet wird.
Über Revier, Wind & Wetter
ist u.a. Folgendes zu lesen:
- „An der
zerklüfteten Küste gibt es viele alte Fischerdörfer, die sich in Seebäder
oder mondäne Ferienorte verwandelt haben. Dazwischen viele
Naturschutzgebiete.
- „Entlang
der Küste gibt es eine leichte Nordströmung, sofern der Nordwind diese
nicht zum Erliegen bringt.“
- Es
„herrscht ein besonders mildes Mikroklima. … Der Wind weht in der Saison
meist leicht, aus unterschiedlichen Richtungen. Am häufigsten Nordwest-
und Westwind, nur selten über 3 bis 4 Bft.“
- „In der
Nebensaison droht öfters auch mal Starkwind. Am gefährlichsten ist dann
der Libeccio, der aus Südwest kommt.“
In dem Beitrag findet man nichts darüber, aber wahrscheinlich wird auch
dieses Revier ab mittags vom thermischen Seewind beeinflusst, der sicherlich
für Kreuzseen entlang der Küste sorgt.
Quelle: YACHT, Nr. 14/11, S.54-61 – www.yacht.de
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28.06.2011 Kajakverluste
an Grönlands Westküste (Ausbildung)
Vor einiger Zeit hörte ich von dem Ereignis, dass zwei Deutsche
Küstenkanuwanderer während einer Tour entlang der Grönländischen Küste ihre
Kajaks unbemerkt abhanden kamen. Nun kann man den Originalbericht der beiden im
KANU MAGAZIN nachlesen.
Markus Ziebell berichtet
in dem Beitrag:
„Ein Schiff
wird kommen. Eine unfreiwillige Robinsonade in Grönland“
von seiner zusammen mit Michael
Kujawa geplanten 900 km langen Tour entlang der Nordwestküste Grönlands mit
dem Ziel Thule. Gepaddelt wurde mit über 100 kg schwer bepackten PE-Seekajaks.
Bis es eines Tages nicht mehr weiterging, da wohl die Flutwelle eines kalbenden
Gletschers die vor ihren Zelten liegenden Kajaks auf nimmer Wiedersehen
mitgenommen hat. Das war 5-faches Pech:
- waren die
Kajaks weg, obwohl sie angebunden und 4 m oberhalb der Flutlinie auf der
Wind abgewandten Seite einer Steilküste lagen!
- war in den
Kajaks die gesamte Verpflegung verstaut, letztlich um mit „herumliegenden“
Lebensmitteln keine Eisbären anzulocken!
- befand sich
in den Kajaks auch die gesamt Seenotausrüstung inkl. Trockenanzüge und
Satelliten-Telefon!
- geschah das
alles auf der unbewohnten Insel Kap Melville am Rande der vereisten
Melvillebucht und am Ende der Gletscherfront!
- befand sich
die nächste Siedlung, Savissivik, 35 km entfernt ebenfalls auf einer Insel
und war folglich nicht zu Fuß erreichbar!
Da auf ihrer Insel eine etwas baufällige Schutzhütte mit schon 3 Jahre
alten Inschriften lag, verlegten sie ihr Lager dorthin und warteten erst einmal
ab. Zwischendurch sammelten sie Grassamen, um wenigsten etwas im Magen zu
haben; denn mit Fischen hatten sie kein Glück.
Morgens am 3. Tag lag unerwartet ein etwas altes, aber
funktionstüchtiges Inuit-Kajak vor ihrer Schutzhütte. Es wurde genauso
unbemerkt vor die Hütte gelegt, wie ihre beiden Seekajaks verschwanden. Doch
von Inuits war weit und breit keine Spur. Am 4. Tag ergriffen sie daher die
Initiative; denn für das gefundene Kajak gab es weder eine Spritzdecke noch ein
Paddel. Mit einem aus Treibholz gebastelten 5-kg-Paddel fuhr Markus Ziebell
schließlich am 5. Tag los und kämpfte sich durch dichtes Treibeis durch, … bis
er schließlich nach über 6 Stunden die angepeilte Siedlung erreichte.
Quelle: KANU MAGAZIN, Nr. 4/11, S.72-79 – www.kanumagazin.de
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25.05 2011 Eisbärenangriff
auf Kanuten (Spitzbergen) (Revier/Ausland)
In READER’S DIGEST berichtet R.Kiener
in dem Beitrag:
„In den Fängen
des Eisbären“
von einer versuchten Umrundung (ca. 2.000 km) des Svalbard-Archipels
(mit Spitzbergen als Hauptinsel), das die beiden Norweger Sebastian Plur
Nilssen (22) und Ludvig Fjeld (22) in Einer-Kajaks unternahmen. Sie starteten
am 15. Juli 2010 von Longyearbyen aus und hatten mit Ekstremhuken-Kaps
(Nordostland) ihren nördlichsten Punkt erreicht. Dort warteten sie in ihrem
Zelt auf besseres Wetter. Das Zelt sicherten sie in ca. 3 m Entfernung mit
einem Stolperdraht gegen Eisbären. Wird er berührt, explodieren kleine
Sprengsätze. Sie hofften so, einen Eisbären durch die Knallgeräusche zu
verscheuchen oder rechtzeitig auf ihn aufmerksam zu werden. So hofften sie,
genügend Zeit zu haben, um nach ihren beiden Gewehren zu greifen.
In der stürmischen Nacht war es dann so weit. Ein Eisbär (ca. 11 Jahre
alt, 3 m groß und knapp 400 kg schwer) fiel über das Zelt her, trampelte es
nieder, zerrte Sebastian heraus und schleppt ihn Richtung Strand. Währenddessen
suchte Ludvig in dem Tohuwabohu nach seinem Gewehr und dann nach dem Moment, wo
er so auf den Eisbären schießen konnte, ohne dabei Sebastian zu treffen. Nach
langen Sekunden schoss er ihn in den Rücken, 1x – der Eisbär ließ Sebastian
fallen und biss dann nochmals zu -, 2x, 3x … Erst beim vierten Schuss fiel der
Eisbär tot um.
Per Satellitentelefon wurde das Krankenhaus in Longyearbyen alarmiert. 2
Stunden später landete ein Rettungshubschrauber. Sebastian war schwer verletzt,
aber überlebte.
Quelle: READER’S DIGEST, Nr. 5/11, S.126-133
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13.05.2011 Seewetterbericht
(Link-Liste) (Wetter)
Die Saison für das Küstenkanuwandern hat spätestens jetzt Anfang Mai
begonnen. Die Lufttemperaturen werden immer angenehmer und die
Wassertemperaturen liegen durchweg an Nord- und Ostsee über +10° C, was auch
für „Warmduscher“ akzeptabel sein müsste, sofern sie mit Kältschutzkleidung
paddeln:
è www.bsh.de/aktdat/bm/Baden&Meer.htm
Was wollen wir mehr? Nun, akzeptable Wetterbedingungen!
Zumindest entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste bestimmt das
Wetter, prägen also die Wind- und Sichtbedingungen (hier: Nebel) die
Gewässerschwierigkeiten. Wer aufs Meer hinaus paddeln möchte, sollte es daher
vorher nicht versäumen, sich über die Wetterlage zu informieren. Wichtige Infos
hierüber liefern:
è www.seewetter.de
è www.windfinder.com
wobei z.B. Winderfinder.com es auch ermöglicht, nachträglich zu prüfen,
wie z.B. stark nun tatsächlich der Wind geblasen hat; denn zwischen
„Böenprognosen“ und aktueller Windstärker liegen ja manchmal Welten … und
begründen so die Behauptungen, bei 8 Bft. auf dem Meer gepaddelt zu sein.
Wem das immer noch nicht reicht, der kann mal die Link-Liste auf der
Homepage der „Segelkameradschaft Horumersiel“
anklicken und die eine oder andere, in die Tiefe gehende Info abrufen:
è www.skhs.de/Wind_Wetter/wind_wetter.html
Text: U.Beier
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11.05.2011 Rettungsaktion
vor Felsküste – 10 Varianten (Ausbildung)
Ja, was macht man, wenn man bei auflandigem Wind in der Kreuzsee einer
Felsküste kentert? Nun:
- Am
besten: (1) Man rollt
gleich wieder hoch!
- Am
zweitbesten: (2) Wenn
die Rolle nicht klappen will, steigt man nicht aus, sondern versucht –
sitzend in seinem Seekajak – solang mit ihm zu schwimmen, bis einem ein
Kamerad mit Hilfe der „Eskimo-Rettung“ wieder ermöglich, hoch zu drehen.
(erstmals beschrieben bei B.Hillejan,
in: Seekajak 96/05, S.14f.)
- Oder: (3) Man steigt aus, steigt dann
anschließend wieder unter Wasser ein und danach rollt hoch! („Reenter
& Roll“)
- Notfalls: (4) Man lässt sich von den Mitpaddlern
aus der Gefahrenzone holen!
Aber wie holen einen die Kameraden dort wieder heraus?
- (5) Die
Kameraden können einem beim Lenzen („X-Methode“) und anschließend
beim Wiedereinstieg (z.B. „Parallel-Wiedereinstieg“) oder beim
Wiedereinstieg und danach beim Lenzen („Reenter & Pump“)
helfen, sofern keine Gefahr besteht, dass man auf die nahen
Felshindernisse treibt.
- (6) Ein
Kamerad könnte auch den „Kenterbruder“ aus der Gefahrenzone transportieren,
z.B. dergestalt dass sich dieser hinten am Heck des Helfers festhält bzw.
aufs Heck des Helfers klettert. Letzteres setzt jedoch voraus, dass der
Helfer sein Seekajak so beherrscht, dass eine Kenterung auch bei Kreuzseen
ausgeschlossen werden kann. Ein weiterer Kamerad kümmert sich derweilen um
das Seekajak des „Kenterbruders“, in dem er es aus der Gefahrenzone
schleppt. Außerhalb der Gefahrenzone werden dann „Kenterbruder“ und sein
Seekajak zusammengebracht, sein Seekajak gelenzt und ihm beim
Wiedereinstieg geholfen.
Eine weitere Variante stellt der Herausgeber des us-amerikanischen SEA
KAYAKER, Chr. Cunningham, in seiner
Zeitschrift, Ausgabe: June 2011, S.4, kurz vor:
- (7) Der
„Kenterbruder“ wird angewiesen, sich am Bug seines in Normallage zurückgedrehten
Seekajaks festzuhalten. Danach kommt ein Kamerad dicht an ihn herangepaddelt
und fordert den im Wasser treibenden „Kenterbruder“ auf, zugleich sich
auch am Bug des Seekajaks seines Retters festzuhalten. Anschließend
schleppt er den „Kenterbruder“ samt seinem Seekajak aus der Gefahrenzone,
bevor gelenzt & wiedereingestiegen wird.
Gibt es dabei Probleme, weil sich z.B. beide Seekajaks wegen Wind,
Strom, Seegang bzw. Fahrt durchs Wasser so dicht parallel zusammenlegen, dass
der Retter nicht mehr mit voller Kraft paddeln kann, bieten sich auch die folgenden
Alternativen an:
- (8) Der
„Kenterbruder“ hält sich nicht am Bug des Seekajaks seines Retters fest,
sondern kurz hinterm Süllrand, sodass er den Retter kaum noch beim Paddeln
behindert.
- (9) Der
„Kenterbruder“ hält sich am Ende des Hecks des Seekajaks des Retters fest.
(R.Schumann/HJ.Shriner nennen
das in ihrem Buch „Sea Kayak Rescue“ (2001,S.101) „Toggle-Tow“.)
Da der im Wasser treibende „Kenterbruder“ wie ein Treibanker das
Voranpaddeln erschwert, müsste er versuchen, seinen Körper möglichst weit aus
dem Wasser zu hieven oder mit zu schwimmen:
So könnte er bei Variante (7) ausprobieren, ob es etwas nutzt, wenn er
jeweils eines seiner Beine über sein Seekajak und das des Retters legt bzw.
wenn das nicht klappt, mit seinen Beinen versuchen, Grundschläge wie beim Brustschwimmen
oder Kraulen auszuführen.
Bei Variante (8) könnte er versuchen, je ein Bein aufs Deck seines
Seekajaks und das des Retters zu legen.
Und bei Variante (9) bietet es sich u.U. an, dass er seine beiden Beine
um den Bug seines Seekajaks klammert, wobei er sich mit einem Arm am Bug seines
Seekajaks und mit dem anderen am Heck des Seekajaks seines Retters festhalten
könnte. Funktioniert das im Seegang nicht, sollte er zumindest versuchen, wie
bei Variante (7) mit zu schwimmen.
Schließlich bietet sich noch eine andere Möglichkeit an:
- (10) Der
„Kenterbruder“ hält sich wie bei (7) am Bug beider Seekajaks fest. Anschließend
versucht er sich mit einem Arm zu seiner Sitzluke vorzuhangeln, unter
Wasser in seine Sitzluke einzusteigen (ohne den Halt am Bug des Kajaks des
Retter loszulassen), um dann wie bei der „Eskimo-Rettung“
hochzurollen. Da anschließend größte Kentergefahr besteht (der
vorherrschende Seegang hatte ihn ja vorher schon gekentert, obwohl er ganz
normal in seinem Seekajak saß und sein Paddel fest in den Händen hielt;
nun aber hält er keine Paddel mehr in den Händen und seine Sitzluke ist
u.U. randvoll mit Wasser geflutet), versucht er gar nicht erst,
selbständig zu paddeln, vielmehr hält er sich weiter am Bug des Seekajaks
seines Retters fest und lässt sich so von dem aus der Gefahrenzone
schleppen (sog. „Bug-Schleppen“ („Contact-Tow“) (s. Schumann/Shriner (S.107))
Wer nicht glaubt, dass wenigstens eine dieser 10 Varianten funktioniert,
sollte sie mal im Sommer draußen auf dem Wasser zunächst bei
„Ententeichbedingungen“ und danach bei „Kabbelwasser“ ausprobieren. - Versuch
macht klug! In der Brandung sollte man jedoch auf solche Versuche verzichten.
Spätestens dann, wenn die Brecher die Seekajaks seitwärts mitnehmen können, besteht
nämlich die Gefahr, dass die Seekajak unkontrolliert übereinander schlagen.
Sach- und Personenschäden sind dann nicht mehr auszuschließen und sollten –
wenn überhaupt - nur im extremen Notfall in Kauf genommen werden.
Text: Udo Beier
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09.05.2011 Dänische
& Deutsche Ostsee (Samsö – Usedom) (Revier/Ausland + Inland)
Von Björn Nehrhoff von Holderberg
ist das folgende Buch erschienen:
Kanu Kompass: Dänische Südsee
/Deutsche Ostsee
Das Reisehandbuch zum Kanuwandern
hrsg. v. Thomas Kettler Verlag, 1. Aufl. Mai 2011
(289 S.)
Nach dem Buch „Seekajak – Ausrüstung, Techniken, Navigation“ (Conrad
Stein Verlag)
ist das sein zweites Buch. Bislang hat er in diversen Kanu-Zeitschriften
Fahrtenberichte, aber auch Fotos von den unterschiedlichsten Küstenrevieren
veröffentlicht. B.N. ist durch und durch „Küstenkanuwanderer“. Seine „Schreiberei“
wird von profihafter Intention geprägt. Es lohnt sich, seine Beiträge zu lesen
und seine Fotos zu betrachten. Man merkt es recht schnell: Da schreibt keiner
„Schüleraufsätze“, die mit Schappschüssen illustriert werden.
Das trifft auch für sein neuestes Buch zu. Insgesamt beschreibt er 19
Reviere, zehn dänische und neun deutsche:
Dänische Küste:
- Ise- und
Roskilde Fjord (Seeland: 3-5-tägige Tour – 94-103 km)
- Samsö
(Großer Belt: 3-4-tägige Tour – 73-108 km)
- Fänö &
Fönsskov (Kleiner Belt: 2-tägige Tour – 43 km)
- Haderslev
Fjord (Jütland: 2-tägige Tour – 50 km)
- Rund Alsen
((Kleiner Belt: 3-5-tägige Tour – 93-97km)
- Rund
Broager (Flensburger Inn- und Außenförde: 3-tägige Tour – 34 km)
- Rund
Dänische Südsee (Südfünisches Inselmeer: 5-tägige Tour – 90 km)
- Rund Tasing
(Svenborg Sund: 3-tägige Tour – 62 km))
- Rund Mön
(Ostsee: 3-5-tägige Tour – 89-98 km)
- Rund
Bornholm (Ostsee: 4-tägige Tour – 108 km)
Deutsche Ostseeküste:
- Flensburg –
Schleswig (6-tägige Tour – 118 km)
- Eckernförde
– Kiel (3-tägige Tour – 51 km)
- Rund
Fehmarn (2-4-tägige Tour – 64 km)
- Rund Poel
und Wustrow (2-3-tägige Tour – 51-62 km)
- Rund
Fischland-Darß-Zingst (2-tägige Tour – 65 km)
16. Ribnitz-Damgarten – Stralsund (3-4 tägige
Tour – 84-96 km)
- Rund
Hiddensee (3-tägige Tour – 55 km)
- Rund
Nationalpark Jasmund und Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
(Rügen) (5-tägige Tour – 130 km)
- Halb-Rund
Usedom (3-tägige Tour – 72 km)
Zu jeder Tour gibt es eine sehr übersichtliche Karte inkl.
Tourenverlauf, Zelt- Verpflegungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten. Wem das
nicht reicht, für den bringt B.N. noch Infos über den Charakter der Tour,
besondere Revierbedingungen, Sehenswürdigkeiten und Hinweise zu sonstigen
Aktivitäten, sowie Infos zur Anreise und über Ein- und Aussetzstellen. Enden
tut ein jedes der 19 Kapitel mit einem Fahrtenbericht, bei dem nicht nur den
Tourenablauf, sondern auch die Sehenswürdigkeiten der Umgebung im Vordergrund
stehen, z.B. Stadtrundgänge (inkl. Stadtpläne) von Kopenhagen, Aerösköbing,
Svendborg, Flensburg, Kiel, Wismar, Stralsund.
Da der Autor passionierter Küstenkanuwanderer ist, versäumt er es nicht,
zu Beginn seines Buches noch ein paar Seiten zum Thema Ausrüstung, Sicherheit,
Wetter, Navigation u.a. zu schreiben.
Es ist für Ostseeküstenkanuwanderer durchaus empfehlenswert, sich mit
dem Buch gründlicher zu beschäftigen, und zwar nicht nur, wenn man in einem der
beschriebenen Reviere paddeln möchte, sondern auch wenn man dort schon mal
gepaddelt ist. Die umfangreiche Kompetenz des Autors schlägt sich in Text und
Fotos nieder. Es ist lediglich zu bedauern, dass Björn Nehrhoff noch nicht
Rügen und Usedom vollständig umrundet hat; und es ist zu bemängeln ist, dass
die freiwilligen Befahrensregelung rund Insel Poel und Halbinsel Wustrow nicht
erwähnt werden (s. hierzu: www.naturschutz-wismarbucht.de ). Ach ja,
und Anfänger sollten nicht aus der Aussage: „Oberhalb von vier Windstärken
sollten Anfänger das Wasser verlassen.“, ableiten, auch noch bei 4 Bft. Wind
paddeln zu können. Spätestens wenn ein 4er Wind vom offenen Meer auf die Küste
weht, treten Brandungsbedingungen auf, die kein Anfänger lange ohne Kenterung
überstehen wird!
Text: U.Beier
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03.05.2011 Aland-Inseln
(Revier/Ausland)
Im KANU-MAGAZIN berichtet Björn
Nehrhoff in dem Beitrag:
“Schärie,
Schärie, Lady: Mit den Herzdamen durchs Aland-Archipel“
über eine Tour entlang einiger der etwa 6.757 Inseln, die zwischen
Schweden und Finnland liegen.
Aland wurde per Fähre Grisslehamn-Eckerö erreicht. Gestartet wurde in
Eckerö. Geplant war, die nördliche Hälfte der zu Finnland gehörenden
Aland-Inseln zu umpaddeln, ohne dabei viele Kilometer zurückzulegen. Es sollte
halt einfach die Umgebung wahrgenommen und genossen werden, was auch in dem
Beitrag in Wort & Foto gut rüberkommt, z.B.:
- „… Ohne Hast gleiten unsere schnittigen
Kajaks über Felsriffe, passieren beeindruckende Granitwände oder
schlängeln sich durch enge Durchfahrten. Die Höhenlinien auf der Karte
verraten es, die Landschaft wird klobiger, die Felskanten am Ufer beeindruckender.
Animiert von der Tatsache, dass man sich auf Felsbändern äußerst
komfortabel fortbewegen kann, erkunden wir zunächst immer die gesamte
Insel, bevor wir unser Lager einrichten. Graue und gelbe Flechten
überziehen häufig die Steinoberflächen mit wilden Mustern. Lediglich dort,
wo das Salzwasser des Öfteren hinaufspült, zeigt sich die originäre,
rötliche Farbe des Gesteins in purer Ausprägung. Kiefernbäume krallen sich
in Ritzen. Einige von ihnen haben Glück und können zu stattlicher
Baumgröße anwachsen, wenn sie eine Stelle mit Grundwasserzugang erwischt
haben. Andere zwängen sich notgedrungen in engen Spalten und sind der
Bonsaigröße nicht entwachsen, obwohl ihr zwanzigmal größerer Nachbar das
gleiche Alter aufweist.“
Weitere Fotos findet man auf der Homepage des Autors:
www.liquidmedicine.de/html_data/Touren_HTMs/seekajak_o/Alandinseln_7_10/Alandinseln_2010.htm
Eine konkrete Tour wird nicht beschrieben. Stattdessen wird auf die
Homepage www.kanukassel.de
verwiesen, wo ebenfalls eine Vielzahl traumhafter Fotos zu finden sind.
Leider gibt es keine Hinweise darüber, welches Kartenmaterial geeignet
ist. Empfehlenswert ist m.E. die topografische Kartenmappe mit insgesamt 7
Blättern (DIN A3) (1:100.000) (ca. 45,- Euro):
„Paddla Kajak pa Aland“ (2009)
(Bezug z.B. über: http://geobuchhandlung.eshop.t-online.de/Seekajakatlas-Aland
)
Wer die Aland-Inseln umrunden möchte, wird wohl mindestens an die 170 km
zurücklegen müssen. Nach oben sind fast keine Grenzen gesetzt, je nachdem ob
man die benachbarten größeren Inseln noch mitnehmen möchte (z.B. Kumlinge,
Brändö, Sottunga, Kökar, Föglö) (ca. 300 km) oder gar das finnische Festland (Turku)
erreichen möchte. Das Wetter muss nur mitspielen … und wenn es trotz aller
Vorsicht Schicksal spielt, ist zu hoffen, dass man per Handy die „Aland Sea
Rescue Association“ erreichen kann: 00358-1819475.
Wem jedoch die 170 km zu viel sind, der sollte sich überlegen, ob es
nicht genügt, stattdessen etwas entlang der ost-schwedischen Schärenküste zu
paddeln (z.B. mit den möglichen Startorten Blankaholm, Västervik, Loftahammar,
Gryt oder Tyrislöt). Dann kann man nämlich 2 Tage länger paddeln, da man insgesamt
nur 2 Tage statt 4 Tage im Auto sitzen muss.
Quelle: KANU-MAGAZIN, Nr. 3/11, S.90-97 – www.kanumagazin.de
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27.04.2011 Fahrtenleitertätigkeit
bei rauen Gewässerbedingungen (Ausbildung)
Im OCEAN PADDLER schreibt Jeff
Allen in dem Beitrag:
“Advanced
Journeying“
darüber, auf was alles ein Fahrtenleiter zu achten hat, wenn er mit
einer Gruppe von Kanuten in „schwierigeren“ Gewässern paddelt.
Auch wenn Jeff Allen an
manchen Stellen recht vage und stichpunktartig bleibt, möchte ich seine Punkte
aufführen und teilweise zur besseren Verständlichkeit ergänzen:
1. Vorplanung
a) Ziele und Ausweichsziele:
Das angepeilte Ziel und mögliche Ausweichsziele, die
bei zunehmenden Schwierigkeiten angelaufen werden könnten, sind abhängig von:
- der
Durchschnittsgeschwindigkeit einer Gruppe (3 – 4,5 Knoten);
- den
aktuellen und prognostizierten Wetterbedingungen;
- den
Gezeiten;
- den
möglicherweise zu erwartenden Schwierigkeiten (Imponderabilien).
(siehe hierzu auch: www.kanu.de/nuke/downloads/SSG.pdf
)
b) „Limit of Adequate
Reserve“ (LAR) (Belastungsreserven):
Sie hängen davon ab, ob:
- mit oder
gegen den Wind, mit oder gegen den Strom gepaddelt wird
(siehe hierzu auch: www.kanu.de/nuke/downloads/Bft-Skala.pdf ;
- mit
Seitenwind/-welle zu kämpfen ist;
- durch
Brandungsfelder bzw. Tidalraces gepaddelt oder Kaps umfahren werden müssen
bzw. mit kritischen Windeffekten zu rechnen sind;
- die
Möglichkeit besteht, sich während des Paddelns mit Getränken und Nahrung
zu versorgen;
- ob
plötzlich einzelne Mitpaddler schwächeln.
c) Mindestausrüstung:
Jeff Allen setzt das wohl als selbstverständlich heraus
und geht deshalb nicht weiter darauf ein, letztlich weil er wohl als
kommerzieller Anbieter die nötige Ausrüstung stellt?
Wer mehr darüber erfahren möchte, der möge Folgendes downloaden:
www.kanu.de/nuke/downloads/Seekajakkauf-Stichpunkte.pdf
www.kanu.de/nuke/downloads/Ausruestungsgegenstaende.pdf
2. Kenntnis der
Leistungsfähigkeit der Mitpaddler
a) Abfragen der Erfahrungen („Papierform“):
- Was haben
sie bislang gepaddelt und wann?
- Haben sie
bestimmte Ausbildungsabschnitte absolviert und wann?
- Wie ist
ihre tatsächliche Kondition?
- Wie viel
Kilometer haben sie dieses und letztes Jahr gepaddelt?
- Gibt es
gesundheitliche Einschränkungen?
Sollten die Mitpaddler nicht persönlich bekannt sein,
bietet es sich an, dass diese schon bei der Anmeldung zur Tour einen Fragebogen
(„Physical Activity Readiness Questionnaire“ (PAR-Q) ausfüllen
(siehe hierzu z.B.: www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Spiekeroog-Info.pdf
>S.2)
b) Prüfung des tatsächlichen Leistungsstands:
- Werden
gleich zu Beginn Brandungsfelder gequert, kann sich der Fahrtenleiter recht schnell
einen persönlichen Eindruck davon verschaffen, was die Mitpaddler wie gut
können.
- Ansonsten
sollte er wenigstens von ihnen verlangen, gleich zu Anfang zu rollen sowie
ein paar Paddeltechniken vorzuführen, z.B. flach/hohe Paddelstütze,
Wriggen, Heck-/Bugruder.
3. Führung auf dem Wasser
Sie umfasst Kommunikation, Gruppenzusammenhalt, Umfahren oder Umkehren,
Positionierung.
a) Kommunikation:
Vor der Tour: Die Mitpaddler sollten über Folgendes informiert
werden:
- den
geplanten Tourenverlauf
(siehe hierzu auch: www.kanu.de/nuke/downloads/Tourenplanungstabelle.pdf
);
- die
prognostizierte Wetterlage
(siehe hierzu auch: www.seewetter.de oder www.windfinder.com
);
- Gezeiten
(Hochwasser, Niedrigwasser; Nipp- oder Springtide; Strom);
- die zu
erwartenden Schwierigkeiten (Welle, Wind & Windeffekte, Strom);
- die
verwendeten Signale
(siehe hierzu auch: www.kanu.de/go/dkv/home/freizeitsport/sicherheit/signale.xhtml
);
- aber auch
darüber, wie die Gruppe auf dem Wasser zusammenbleibt & -gehalten wird
und was im Falle einer Kenterung mit Ausstieg zu tun ist.
- Außerdem
ist ein „Float-Plan“ zu hinterlassen, z.B. bei der Coastguard (in Deutschland
nicht erwünscht) oder bei einer zuverlässigen Person
(siehe hierzu auch: www.kanu.de/downloads/Tourenrueckmeldung.pdf
).
Die Kommunikation sollte jedoch nicht nur einseitig vom Fahrtenleiter
zum Mitpaddler laufen. D.h. jeder einzelne Mitpaddler sollte die Möglichkeit
bekommen, seinerseits sich, seine Erwartungen und seine Ausrüstung vorstellen.
Während der Tour: Unterwegs sollte der aktuelle Tourenverlauf
vorgestellt und kritisch hinterfragt werden, sowie die Mitpaddler über ihre
Meinung dazu befragt werden.
Nach der Tour: Diskussion & Kritik über den Ablauf der Tour.
b) Gruppenzusammenhalt („Line Of Sight“)
- Der
Fahrtenleiter sollte grundsätzlich vorne weg paddeln. Anderenfalls ist ein
Mitpaddler genau zu instruieren, wie er vorne zu paddeln hat.
- Alle haben
so zu paddeln, dass der Fahrtenleiter zu allen Sichtkontakt haben kann.
- Ist
zeitweise kein Sichtkontakt möglich (z.B. bei Erkundung kritischer
Passagen in „Felsengärten“, dann ist die Gruppe an einem sicheren Ort
zurückzulassen und von einem zweiten erfahren Mitpaddler zu betreuen.
- Ansonsten
paddelt dieser „zweite“ Kanute („Charlie“) am Schluss der Gruppe und sorgt
dafür, dass keiner hinter ihm bleibt.
- Bei
besonderen Situationen kann auch so gepaddelt werden, dass jeder einzelne
Paddler zumindest Kontakt zu seinem Vorder- und Hintermann halten muss
(„Linking of Sight“).
c) Vermeiden: Umfahren
oder Umkehren
- „If we can’t go through it, go around it … if we
can’t get around it, hold ground or go back!“ D.h. wenn wir eine kritische Passage nicht
paddeln können, sollten wir sie umfahren … und falls wir diese nicht
umfahren können, sollten wir letztlich uns zurückziehen!
- Wir sollten
die Entscheidung zur Umfahrung bzw. zur Umkehrung so rechtzeitig treffen,
dass Wind bzw. Tide einen nicht in die kritische Passage treiben kann. Das
setzt letztlich voraus, dass wir schon bei der Planung des Tourenverlaufs,
nach möglichen kritischen Passagen suchen und den Punkt („Point of last
Return“?) bestimmen, wo eine Änderung des Kurses noch möglich ist.
d) Positionierung („Position“)
- Es ist
jeweils so zu paddeln, dass die Gruppe auf der „sicheren“ Seite ist.
- Das
betrifft die Routenwahl (Abstand halten zu Felshindernissen, starker
Strömung), den Zeitpunkt einer Passage, die Wetterlage und die
Gewässerschwierigkeiten.
Quelle: OCEAN PADDLER, Nr. 25/11, S.36-40
Link zum Nachlesen: http://oceanpaddlermagazine.com/3D-Issues/OP25-3D/
Weiterer Link: www.kanu.de/nuke/downloads/Gruppenfahrten.pdf
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27.04.2011 Zurückgelassen
& Verschollen (Ausbildung)
Im OCEAN PADDLER berichtet Nigel
Dennis in dem Beitrag:
„Lessons Learnt. Sea Kayaking Tragedy, Anglesey
2010“
über den folgenden Seenotfall, der sich am 29.8.10 an der Südwestküste
der walisischen Insel Anglesey ereignete:
Ein Kajakclub plante für seine Mitglieder eine Sonntagsfahrt entlang „Holy
Island“. Wegen des allzu heftigen ablandigen Windes (5-6 Bft. in Böen bis 7
Bft.) wurde die Clubfahrt abgesagt. 5 Clubmitglieder taten sich jedoch zusammen
und gingen trotzdem aufs Wasser. Ihr Erfahrungsstand war recht gemischt, einige
von ihnen waren noch recht unerfahrene Seakayaker.
Nachdem sie eine halbe Stunde Rettungstechniken übten, paddelten sie los
… mit mehr oder weniger geeigneten Kajaks. Zumindest die später verunglückte
Kanutin paddelte wohl ein Seekajak mit Skeg, welches aber nicht funktioniert
haben sollte. Die Sicherheitsausrüstung wurde bis auf 2 Schleppleinen im Auto
zurückgelassen.
Geplant war, die Insel südlich zu runden, um dann die Ostseite wieder
hochzupaddeln. Ob ihnen das gelungen wäre, sei dahingestellt; denn sie hätten
nach der Rundung gegen Wind & Strom paddeln müssen.
Zunächst paddelten sie im Windschutz der Küste. Zwischendurch machten
zwei „stärkere“ Kanuten eine kurze Spritztour um eine kleinere Felseninsel
herum, während die anderen drei im Windschatten warten sollten. Als die beiden
zurückkehrten, mussten sie jedoch feststellen, dass die drei Mitpaddler von
Tide & Wind aus dem Windschutz getrieben wurden, wobei einer kenterte und
dabei sein Paddel verlor. Bei der folgenden Rettungsaktion trieben alle völlig
aus dem Windschutz hinaus. Dem „Kenterbruder“ gelang wohl der Wiedereinstieg, aber
ohne Paddel musste er bei dem vorherrschenden Seegang von einem anderen
gestützt und dieses „Päckchen“ von dem stärksten Kanuten zurück an Land
geschleppt werden. Auf Grund des heftigen Windes und der zunehmend stärker
werdenden Tidenströmung gelang es vier von ihnen, erst 90 Minuten später an
einem ca. 5 km vom Startort entfernten Strand südwestlich von Anglesey
anzulanden (ca. 15.30 Uhr)
Die fünfte Kanutin konnte mit ihrem Seekajak und dem nicht
funktionierenden Skeg weder das Tempo noch den Kurs ihrer Mitpaddler halten.
Sie fiel immer mehr zurück und ward nach einer halben Stunde nicht mehr
gesehen.
Warum keiner sie begleitete, darüber gab es keine Erklärung. Infrage
dafür gekommen wäre entweder der vierte Kanute, der als einziger noch frei
paddelte (wahrscheinlich kämpfte er aber selber mit seinem Kajak und dem
Seegang) oder jener Kanute, der den „Kenterbruder“ im „Päckchen“ stützte. Dann
hätte halt der vierte Kanute das Stützen des „Kenterbruders“ übernehmen können.
Auch wurde nicht erklärt, warum nicht gleich zu Anfang, als jeder sah, dass die
fünfte Kanutin nicht mithalten konnte, diese Kanutin ins „Päckchen“ „abkommandiert“
wurde, und welche Rolle der zweite „starke“ Kanute übernahm.
Anscheinend war der erste „starke“ Kanute ganz mit dem Schleppen von
zwei seiner Miitpaddler beschäftigt und von der Angst gezeichnet, ja nicht
weiter hinaus in die offene See getrieben zu werden, und der vierte Kanute
damit, bei der Schleppgemeinschaft zu bleiben.
Als alle vier Kanuten schließlich die - die ganze Zeit dicht vor sich
liegende - Küste erreichten, war wohl keinem von ihnen bewusst, dass der seit
einer Stunde nicht mehr gesehenen Kanutin etwas passiert sein könnte. Sie
nahmen wohl 25 Minuten (ca. 15.55 Uhr) nach dem Landgang Kontakt mit der
Seenotrettung auf, meinten aber, dass die fünfte Kanutin bestimmt irgendwo
sicher angelandet sei. Erst 3 Stunden später informierten sie um 19.00 Uhr die
Seenotrettung darüber, dass eine Kanutin vermisst wird und erst 2 Std. später
um 21.00 Uhr legt das Rettungsboot ab.
Das Kajak der fünften Kanutin wurde später ca. 30 km entfernt an die
Küste getrieben. Die Kanutin selber ist seitdem verschollen.
In der anschließenden Beurteilung dieses Seenotfalls führt Nigel Dennis die verschiedensten Punkte
an, die die unterschiedlichen Küstenerfahrungen der Kanuten, die unvollkommenen
Führungsqualitäten der „stärkeren“ Kanuten, die nicht immer seetüchtige
Ausrüstung und die fehlende Notfallausrüstung betreffen. Knackpunkte waren
wohl:
- die
fehlende Seegangstüchtigkeit des „Kenterbruders“ und seine fehlende
Paddelsicherungsleine,
- die
mangelhafte Kondition der verschollenen Kanutin, das nicht
funktionstüchtige Skeg an ihrem Seekajak und fehlende Seenotsignalmittel,
- das
fehlende Gefahren- und Verantwortungsbewusstsein der beiden „stärkeren“ Kanuten,
- aber auch
das mangelhafte Einfühlungsvermögen der Coastguard, die im Gegensatz zu
uns in Deutschland u.a. auch dafür zuständig ist, darüber informiert zu
werden, wenn eine Gruppe von Kanuten aufs Meer hinaus paddelt und wenn sie
wieder an Land zurückkehrt.
Es ist mir unverständlich, dass:
(1.) die Coastguard bei den vorherrschenden
Gewässerschwierigkeiten nicht hinterfragt hatte, was die Kanuten eigentlich
vorgehabt hatten und warum sie denn so sicher seien, dass die fünfte Kanutin
irgendwoanders angelandet sei. Ein paar solcher Fragen hätten genügt, um zu
erkennen, dass es sich hier um Kanuten handelte, die nur über wenig
Küstenerfahrungen verfügten und kaum etwas über das Leistungsvermögen der
einzelnen Mitpaddler wussten.
(2.) die
Coastguard nach dem um 19.00 Uhr ausgelösten Alarm noch 2 Stunden brauchte, um
auszulaufen, obwohl ihr bewusst sein musste, dass die verschollene Kanutin
wahrscheinlich spätestens ab 15.30 Uhr im Wasser trieb und ab 22.00 Uhr die Dämmerung
einsetzte.
Trotz alldem sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Kanute, der das
Päckchen mindestens 90 Minuten lang Richtung Strand schleppte, obwohl es
kräftig wehte, wellte und strömte, harte Paddelarbeit geleistet hat und damit
zeigte, dass er etwas vom Paddeln verstand. Aber bei Küstentouren reicht Kraft
und Paddeltechnik allein nicht aus, zumindest nicht, um eine Gruppe sicher
zurück an Land zu bringen.
Nigel Dennis geht in seiner Kritik dabei so weit, dass er
meint, dass solche Fahrten typisch für Fahrten von Clubkameraden seien: Alle
Mitpaddler sind hoch motiviert, aber selten ist einer so kompetent, um die
Sicherheit der Gruppe zu gewährleisten. In seiner Kritik geht er so weit, dass
er sogar für kleinere Gruppen fordert, dass sie mindestens von zwei „Leader“
(Fahrtenleitern) geführt wird. Für diesen Seenotfall vor „Holy Island“ mag er
Recht haben; denn der erste Fahrtenleiter hätte sich um den Schleppverband
kümmern können und der zweite um die immer mehr zurückfallende Kanutin. Aber
was hätten diese beiden Fahrtenleiter gemacht, wenn alle vier Mitpaddler in
Schwierigkeiten geraten wären und jeder diese Schwierigkeiten nur hätte
überwinden können, wenn ihnen jeweils zwei starke Kanuten zur Seite gestanden
hätten. Insofern sorgen auch bei kleineren Gruppen zwei Fahrtenleiter nicht für
entscheidend mehr Sicherheit, wenn die einzelnen Mitpaddler der
Gewässerschwierigkeit nicht mehr gewachsen sind. Der Vorteil von zwei
Fahrtenleitern besteht allein darin, dass sie u.U. eher über den Sachverstand
verfügen zu erkennen, dass die Mitpaddler von den Gewässerbedingungen
überfordert werden könnten, und über die Autorität, den Mitpaddlern klar zu
machen, dass sie bei dem Wetter und der Tide nichts auf dem Wasser zu suchen haben,
wenn sie nicht ihr Leben riskieren wollen.
Text:
U.Beier
Quelle:
OCEAN
PADDLER, Nr. 25/11, S.32-35
Link zum Nachlesen: http://oceanpaddlermagazine.com/3D-Issues/OP25-3D/
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26.04.2011 Rund
Korsika (Revier/Ausland)
In der YACHT berichtet R.Huber
in dem Beitrag:
„Schroffe
Schönheit: Korsika“
werden aus seemännischer Sicht insgesamt 70 sehens- bzw. bemerkenswerte
Abschnitte der insgesamt über 1.000 km langen Küstenlinie Korsikas aufgezeigt.
Über Wind & Wetter ist
Folgendes zu lesen:
- „Häufig Mistral, der aus dem Rhonetal
von Nordwest und später von West bläst. An der Scandola, der Westecke
Korsikas, wird er meist gespalten. Nach Süden hin bleibt er auf West und
wird noch durch die hohen Berge gestaut. Nach Norden hingegen wird er
abgelenkt und strömt von Südwest mit Düsenwirkung als Libeccio die Küste
entlang. Ums Kap herum beschleunigt der Wind nochmals um etwa 1 Bft. und
bläst dann von West. Dasselbe Phänomen ist im Süden zu beobachten. Ab
Senetosa legt der Mistral zu, bläst dann in die Straße von Bonifacio und
legt an deren Ostausgang nochmals zu. Auf der Ostseite Korsikas Vorsicht
vor starken Fallböen.“
Leider wird nicht auf windverstärkende Wirkung des thermischen Seewindes
hingewiesen, der zumindest Küstenkanuwanderer ab 11 bis 12 Uhr in Bedrängnis
bringen kann, wenn er auflandig auf die Felsküste bläst.
Zur Orientierung könnte das folgende Buch dienen:
M.Muth, Korsika aus der Luft
(ca. 30,- Euro / Delius Klasing)
Ansonsten reichen topografische Karten (1:50.000) zur Orientierung.
Quelle: YACHT, Nr. 10/11, S.18.-26 – www.yacht.de
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11.04.2011 Süd-West-Irland
(Revier/Ausland)
Im SEEKAJAK berichtet Stephen
Grimma in dem Beitrag:
Irland –
County Cork
über das Küstenkanuwanderrevier an der Süd-West-Küste von Irland:
- „County Cork in Südwest Irland ist ein
fabelhaftes Revier. Mildes (aber regnerisches) Klima, örtlich fast subtropisch
mit Palmen und Wildfuchsien, steile Felsküsten, geschützte Sandbuchten und
vorgelagerten Inseln und Schären, dazu jede Menge Fauna, Flora und
Geschichte. … Hier geht es mit Superlativen zu. Brake - tidenschwache
Gewässer - werden mit 3,5 % Salz und Tidenhub von 4-5 m ersetzt. ….
Erika-bewachsene Klippen, Schluchten, Höhlen und Möwengeschrei. So etwas
sollte jede(r) Seekajakfahrer(in) erleben, und finden tut man es …. eben
an der Europäischen Steilküste des Atlantiks – am Finistere (in der
Bretagne), Cornwall, Schottland oder bei uns an der Westküste Irlands.“
Es handelt sich um ein Revier mit wechselhaftem Wetter (i.d.R. alle 2-3
Tage zieht ein Atlantiktief durch), 1-2 Meter Dünung, 4-5 Meter Tidenhub und
2-3 Knoten Strom.
Gerade Gebiet zwischen Schull, Ballydehob, Baltimore und Toe Head zum
einen und dem Fastnet Rock zum anderen bietet sich für mehrere Tagestouren an
und sollte insbesondere von jenen Irlandtouristen angefahren werden, die auch
begeisterte Küstenkanuwanderer sind.
Stephen Grimma beschreibt 4 Tagestouren und erläutert ihren
Verlauf anhand einer übersichtlichen Skizze.
Wem das nicht reicht, der kann mit
seinem Seekajak auch weiter nördlich vorstoßen. Charlotte Rieger berichtet in dem Beitrag:
„Irische
Impressionen: Südwestküste und Shannon“
erschienen im KANU-SPORT, ebenfalls
über Tagestouren, die sie in der Valentia Bay unternommen hat.
Falls man Gefallen an der irischen
Küste gefunden hat und dort doch noch mehr mit seinem Seekajak unternehmen
will, der kann sich zur Vorbereitung auch das folgende irische Buch von David Walsh downloaden:
“Oileáin – A Guide to Irish
Islands”
- www.oileain.org
Er beschreibt insgesamt 519 Inseln,
die entlang der irischen Küste liegen. Die Inseln an der Süd-West-Küste werden
im Abschnitt „West Cork – Roaring Waterbay to Beara Peninsula“ (Sheet 88-84)
beschrieben (leider ohne Kartenskizze).
Damit man nicht zum Spielball von
Wind, Welle & Tidenströmung wird, sollte man sich jedoch vor einem Start
hinaus in den Atlantik Infos über das Wetter und die Tide einholen:
è www.irishtimes.com/weather/tides.html
è www.met.ie/forecasts/sea-area.asp
Text: U.Beier
Quelle:
SEEKAJAK, Nr. 125/11, S.56-59 – www.salzwasserunion.de
KANU-SPORT, Nr. 1/11, S.10-13 – www.kanu.de
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11.04.2011 Rund
Falster, Lolland & Mön (Dänemark) (Revier/Ausland)
Im SEEKAJAK berichtet Gero Meinen
in dem Beitrag:
„Dänischer
Sommer. Mit dem Kajak rund Falster, Lolland und Mön“
im Stile eines „Küstenkanuwanderreiseführers“ (jedoch ohne Kartenskizze)
über eine 12 Paddeltage dauernde, ca. 320 km lange Rundtour entlang der im
Süden von Seeland (Dänemark) liegenden Inseln Falster, Lolland und Mön.
Gestartet wurde vom Fährhafen Gedser (Falster)aus und navigiert wohl
nach einer Fahrradkarte (Süd-Seeland, Lolland, Falster und Mön) (1:100.000).
Solche an der Topografie ausgerichtete Karten sind für Dänemarks Küste entlang
der Ostsee i.d.R. geeigneter als Seekarten.
Übernachtet wurde auf alle Fälle nicht am Rande von Seglerhäfen; denn
dies erlaubten grundsätzlich die Hafenmeister nicht! Dafür wurden einige
Zeltplätze bzw. ausgewiesene Übernachtungsplätze angepaddelt (z.B. Stubbeköbing
(Falster), Ulvshale und nahe Sölyst (Mön), Kragernaes, Ydö, Rödbyhavn und
Nysted (Lolland).
Wer sich zuvor einen Überblick über die Existenz und Lage einzelner
Campingplätze verschaffen möchte, der möge www.camping.dk anklicken und dann weiter
zum gewünschten Revier surfen.
Weiterhin gibt es eine dänische Broschüre:
„Overnatning
i det fri. Teltpladser og naturlejrpladser“ (2010, 185 S., ca. 23,- Euro)
è www.teltpladser.dk/tysk.htm
die vom „Dansk Cyklist Forbund“ seit über 10 Jahren herausgegeben wird.
Die neueste Ausgabe enthält über 1.000 Übernachtungsplätze. Bei meiner älteren
Ausgabe liegen jedoch die meisten dieser Zeltmöglichkeiten nicht an der Küste
bzw. sind von der Küste aus nur schwer zu finden. Aber vielleicht hat sich das
ja geändert.
Gepaddelt wurde gegen und mit Wind & Welle, manchmal auch gegen die
Windströmung und etwas Tidenstrom und bei … Nieselregen, Dauerregen,
Platschregen und Gewitterregen, aber auch bei Sonnenschein.
Quelle: SEEKAJAK, Nr. 125/11, S.44-49 – www.salzwasserunion.de
Bezug: www.geobuchhandlung.de
Link zum Beitrag:
è www.tegeler-kanu-verein.de/berichte/2010_daenemark/daenemark_2010.pdf
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10.04.2011 Ocean
Paddler, Nr. 25/2011 (Literatur/Links)
Die britische Zeitschrift OCEAN PADDLER ist mit ihrer 25. Ausgabe
erschienen. Sie umfasst 82 Seiten. Die Themen sind breit gestreut:
A.Vogl: The Solomon Islands (S.10-16)
D.Wilcox:
Islay (S.18-24)
Interview:
Justine Curgenven (S.26-30)
N.Dennis:
Lessons Learnt. Sea Kayaking Tragedy, Anglesey 2010 (S.32-35)
J.Allen:
Advanced Journeying (S.36-40)
D.Smith:
Essential Course One: First Aid (S.42-44)
H.Wilson: Kayak Rolling (D3-D7 / nur digital)
D.H.Johnston:
Safety Gear. Location & Decisions (S.46-48)
A.Williams:
Kayak Construction (S.50-52)
N.Foster:
Grand Marais (S.54-56)
NN: DTest – Valley Etain (534-55cm) (S.58-60 plus
D9-D10)
Werbung (?): Kocher – mKettle (D11-D12)
Werbung (?): Bootswagen – Handikart (S.62-63 plus
D13-D14)
und downloadbar:
http://oceanpaddlermagazine.com/3D-Issues/OP25-3D/
Ab sofort kann man auch lediglich die digitale Ausgabe abonnieren:
Das digitale Abo für 6 Ausgaben/Jahr beläuft sich auf 12,- Pfund (ca.
15,- Euro).
Die Papierausgabe kostet demgegenüber jährlich 30,- Pfund (ca. 35,-
Euro).
Bezug: www.paddlepressmedia.com
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09.04.2011 Richtig
Sitzen im Kajak (Gesundheit)
Wenn wir beim Paddeln Sitzprobleme bekommen, sind wir häufig geneigt,
die Schuld beim Sitz oder der Sitzunterlage zu suchen. Dabei liegt es vielfach
daran, wie wir sitzen und paddeln.
In dem im KAJAK-MAGAZIN erschienenen Beitrag:
„Fit und
Gesund: Richtig Sitzen im Kajak“
nehmen Christine Buser-Rohrer
und Matthias Rohrer dazu Stellung.
Sie empfehlen Folgendes:
- „Versuche unterwegs beim Paddeln, dein
Becken aktiv aufzurichten, so dass der Bauchnabel nach vorn kommt. Lass
die drehende Oberkörperbewegung bis in die Beine durchlaufen, indem du im
Paddelrhythmus mit den Füßen auf der Fußstütze be- und entlastest. Und
versuche bei langandauerndem Paddeln nicht möglichst immer gleich zu
paddeln, sondern die Bewegungen zu variieren.“
Dazu beschreiben sie zwei Gymnastikübungen, die zur Verlängerung der
Oberschenkel- und Bauchmuskelatur beitragen und so einem das Paddeln mit
aufgerichtetem Becken erleichtern (s. hierzu das folgendes Video):
www.kajak-magazin.com
>Aktuelles >Video >Fit&Gesund
Quelle: KAJAK-MAGAZIN, Nr. 3/11, S.44-45 – www.kajak-magazin.com
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09.04.2011 Rund
Fehmarn (Revier/Inland)
Im KAJAK MAGAZIN berichtet Björn
Nehrhoff von Holderberg in dem Beitrag:
„Fehmarn für
ein Wochenende“
u.a. über eine Umrundung von Fehmarn, Deutschlands zweitgrößter Insel
(ca. 65 bis 78 km).
- Gestartet
wurde vom Burger Binnensee aus.
- Umrundet
wurde entgegen dem Uhrzeigersinn.
- Gezeltet
wurde unterwegs einmal, und zwar am „Campingplatz am Belt“ nahe des
Dreihäuserdorfs Altenteil.
- Navigiert
nach der Karte aus Jübermann’s Tourenatlas TA1: Schleswig-Holstein +
Unterelbe, Blatt 26.
Übrigens, ab 3 Bft. Wind ist eine solche Umrundung nur noch etwas für
erfahrene Kanuten, und ab 4 Bft. sind Seegangserfahrungen (inkl. Brandung)
Voraussetzung.
Eines zeichnet jedoch Fehmarn aus: Wenn’s kritisch wird, kann man fast
immer sofort anlanden. Ausnahmen bestätigen jedoch auch hier die Regel:
- keine
Anlandemöglichkeit (zumindest für GFK&Co.-Seekajaks) am steileren Ufer
südlich der Südostspitze (bei Staberhuk),
- keine
Anlandemöglichkeit während der 3,5 km weiten Querung der Orther Bucht (im
Südwesten),
- keine
Anlandemöglichkeit am Fährhafen von Puttgarden.
Dennoch kann die Umrundung nicht ganz problemlos ablaufen. Innerhalb
eines Jahres musste ich persönlich 3 Umrundungen vorzeitig abbrechen, 1x wegen
Dauerregen, 1x wegen Dauerregen und Wind und 1x wegen 7er Windböen kurz vor der
Fehmarn-Sund-Brücke.
Insbesondere der Bereich vor dem Fährhafen kann als der kritischste
Bereich der Tour angesehen werden. Ab 3-4 Bft. Wind aus NW bis SO kann sich
dort eine schwierige Welle aufbauen. Björn
Nehrhoff schreibt dazu:
„Wie
ein winziger Korken schwappen wir auf den chaotischen Wind- und Reflektionswellen
vor der Mole, zu denen sich auch noch Schiffswellen gesellen. Es folgt ein Tanz
der Paddler vor einer turmhohen, weißen Wand aus Stahl. Die Fähre „Deutschland“
verlässt gerade den Hafen mit Kurs auf Rödby.“
Und in dem Beitrag „Rund Fehmarn
in 2 ½ Oktobertagen“ von Karin Bunge
(in: SEEKAJAK, Nr. 86/03, S.36f) ist über eine andere Fährhafenpassage
Folgendes zu lesen:
„ ….
Am nächsten Morgen tobte in Augenhöhe die Brandung. Überall waren nur noch
Schaumköpfe zu sehen. Keine Angler mehr weit und breit. Für mich stand fest,
dass wir nicht paddeln. Wie entsetzt war ich dann, als ich hörte, dass wir sehr
wohl paddeln müssten. Wir wollten bis vor den Hafen von Puttgarden kommen und
dann nahe eines Feldweges aussetzen, um die Autos per Taxi holen zu können.
„Keine Bange Bunge, wenn du erst einmal im Boot sitzt, sieht es bei diesem
achterlichen Wind meistens nicht mehr so gefährlich aus!“ bekam ich von unserem
Fahrtenleiter zu hören. ……
„Heute
sind wir uns ja immerhin in der Kleiderordnung einig“ meinte Nils, als er die
gestrige „Shirt&Shorts-Fraktion“ in die Trockenanzüge schlüpfen sah.
Die
Startparole lautete: „Dicht hinter der ersten Brandungszone paddeln!“
Der
Fahrtenleiter holte seine „dicken Dinger“ (Kaliber: 300m x 40 sek.) aufs Achterdeck,
entsicherte sein „Nico“ und hängte so’n schwarzen Kasten mit Antenne vor seine
Brust. „Welch ein Trost!?“ Dann ging’s aufs Wasser.
Der
„Sicherste“ als Erster, der „Erfahrenste“ als Letzter.
Wir
konnten die Hafeneinfahrt und die Fährschiffe ja schon vom Start aus sehen,
also so weit ist es ja gar nicht. Aber die Brecher kamen von der Seite und der
Wind von achtern mit 5-6 … und ich fahre ein Skegboot!
Es
war wirklich nicht schön und ich platzte fast vor Konzentration. … Stützen – 2
Paddelschläge – stützen – 2 Paddelschläge – bremsen – ja nicht ins Surfen
kommen!
Hin
und wieder war das gesamte Boot überspült und vor der immer näher kommenden
Hafeneinfahrt brodelte die See.
„Wie
fühlt Ihr Euch?“ fragte einer, „Na ja, noch ganz gut, wenn es nicht schlimmer
wird ….“ war die Antwort. „Es wird schlimmer!“ schallte es zurück.
„Wenn
wir nur diese verdammte steinerne, mehrere 100 Meter ins Meer hinausragende
Hafeneinfahrt passieren könnten, wären wir gleich danach im Windschatten und
müssten die Tour nicht abbrechen“, waren unsere Überlegungen. Rechts hinterm
Strand sahen wir Autos auf dem angekündigten Feldweg und nach links voraus
müssten wir, wenn wir am Hafen vorbei wollten.
Als
wir testen wollten, ob wir im Notfall auch zurück gegen den Wind ankämen, trieben
wir bereits derartig ins Flache, dass wir schnellstens wieder hinaus aufs Meer
paddelten.
„Wie
fühlst du dich, Karin?“, wurde ich nun konkret gefragt. Ich blickte zu Bodo,
einen alten erfahrenen Seekayaker, ich schaute zu Nils, der im letzten
Jahrtausend noch Wildwasser fuhr, und meinte dann wohl wenig überzeugend:
„Wenn’s nicht schlimmer wird, ist es ok.“ Kurz danach erhielt ich dafür die
Quittung: „Wir müssen abbrechen! Ab nach Steuerbord zum Strand!“ Das wollte ich
aber auf gar keinen Fall und rief zurück, dass ich es bestimmt schaffen würde.
…
Wir
musste noch einmal vor der Hafeneinfahrt abbremsen, um eine auslaufende Fähre
passieren zu lassen. Dann kam es, wovon ich bislang nur träumte: Von hinten die
2 Meter hohe durch den Sturm aufgebäumte, von Untiefen gereizte See und von
vorn die Bug- und Heckwellen der Fähre. Das reinste Wellenchaos. Ich wusste gar
nicht so schnell, wo ich zuerst stützen sollte …, aber der Kiel blieb wo er
hingehörte – unten.
Dann
plötzlich – Ruhe. Wir hatten den Hafen hinter uns gelassen.“
Solche Gewässerbedingungen gibt es wohl etwas häufiger; denn es hat mal
eine Gruppe gegeben, die ebenfalls das Wellenchaos vor der ca. 50 m breiten Fährhafeneinfahrt
erlebten und in ihrer Angst das taten, was nur den Fährschiffen erlaubt ist:
Sie flüchteten ins Hafenbecken, um Schutz vor dem Seegang zu suchen, und legten
so kurzzeitig den Fährverkehr lahm, nichts ahnend, dass eigentlich während der
Zeit vom 1.5.-30.9. der ganze Hafeneinfahrtssektor bis ca. 2 km hinaus für den
„öffentlichten Verkehr gesperrt“ ist (s. www.kanu.de/nuke/downloads/Tour-Fehmarn.pdf
>S.3)
Wer also mal Fehmarn umrunden will, sollte sich vorher über die
Wetterlage informieren, z.B. per SMS-Abo bei www.seewetter.de
Text: U.Beier
Quelle: KAJAK-MAGAZIN, Nr.3/11, S.16-21 – www.kajak-magazin.com
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07.04.2011 Solo-Wiedereinstiegs-Methoden
(Ausbildung)
Es gibt keine elegantere, schnellere & sichere
Methode als die Rolle, um nach einer Kenterung wieder weiterpaddeln zu können
…. nur man muss sie halt auch beherrschen. Für Küstenkanuwanderer, die über
keine „Bomb-proof-Roll“ verfügen, gibt es jedoch eine Vielzahl von Wiedereinstiegsmethoden,
die solo oder mit Partner funktionieren, wenn auch:
- etwas umständlich (è aussteigen,
auftauchen, Kajak festhalten, u.U. Paddel-Float aufblasen und am Paddel
befestigen, wiedereinsteigen, Spritzdecke schließen, Lenzen, u.U.
Paddel-Float & Pumpe verstauen, nach Paddel greifen, lospaddeln);
- nicht so schnell (siehe 1. und – sofern der
Wiedereinstieg misslingt – weitermachen in einer „Endlosschleife“ bis zur
totalen Erschöpfung)
- und nicht immer
ganz folgenlos (è Verletzungs-
bzw. Unterkühlungs- oder gar Ertrinkungsgefahr).
Beim Solo-Wiedereinstieg
bietet sich augenscheinlich der „Cowboy“-Wiedereinstieg
an, bei dem von hinten übers Heck oder von der Seite bis nach vorne in die
Sitzluke „gerobbt“ wird. Wer über entsprechendes Balancegefühl &
Geschicklichkeit sowie über eine entsprechend große Sitzluke verfügt, der
mag damit bei „Ententeichbedingungen“ zurechtkommen, sofern seine Sitzluke kaum
mit Wasser geflutet ist. Dennoch gibt es ein paar „Akrobaten“, die selbst bei
Seegang den Wiedereinstieg à la Cowboy beherrschen, wie es z.B. aus dem folgenden
Video-Clip zu ersehen ist:
www.youtube.com/watch?v=wElZ4z14VWw&feature=related
(“30
Second Cowboy Scramble” von ksgrandfield)
Aber es gibt auch andere, die selbst bei
spiegelglatter See nicht diese Variante des Solo-Wiedereinstiegs beherrschen:
www.youtube.com/watch?v=AEvsfnrh-A8&feature=related
(“How
not to do a sea kayak cowboy entry” von pwcrawford69)
Eine zweite Variante des Solo-Wiedereinstiegs ist der
“Paddel-Float-Wiedereinstieg”. Unter
dem Link:
www.kayakpaddling.net
>Sicherheitsgrundlagen >Einstieg mit Paddlefloat
erläutert Niko
Hakkaraine in einem Zeichentrickfilm anschaulich u.a. eine Möglichkeiten,
mit Hilfe des Paddel-Floats nach einer Kenterung mit Ausstieg wieder zurück in
seine Sitzluke zu kommen.
In einem Video-Clip von K.&Chr.Morisson wird eine andere Möglichkeit vorgeführt.
www.youtube.com/watch?v=5QGG03uMWCs
(“Heel-Hook-Self-Rescue”
von Kathi & Chris Morisson)
Beim Ansehen dieses Video-Clips wird einem jedoch
deutlich, über welche Beweglichkeit man selber & über welchen Auftrieb
das Paddel-Float verfügen muss, damit diese Methode auch bei Seegang wirklich
sicher funktioniert.
Die m.E. am zuverlässigsten funktionierende
Solo-Wiedereinstiegs-Variante ist m.E. „Re-Entry
& Paddle-Float-Roll“, d.h. der Unterwassereinstieg mit
anschließender Rolle, wobei am Paddelblatt ein Paddel-Float befestigt ist.
Gerade jene Kanuten, die nur im Hallenbad rollen können, haben mit Hilfe des
Paddel-Floats eher die Chance, dass ihnen die Rolle auch draußen an der Küste
gelingt.
Die folgenden beiden Video-Clips zeigen mehr oder
weniger überzeugend, wie „Re-Entry &
Paddlefloat-Roll“ funktionieren kann:
www.youtube.com/watch?v=jfxVDXO1Q9E&feature=related
(“Re-Entry
& Roll: Sea Kayaking Self Rescue” von touringkayaks)
www.youtube.com/watch?v=N9qtEJOCqOw&feature=related
(“Kayak Paddlefloat Self
Rescue and Re-Enter and Roll” von CKAPCODOTCOM)
Alle diese Video-Beiträge enden mit dem Platznehmen
des „Kenterbruders“ in seiner Sitzluke. Sie ignorieren damit jedoch ein großes
Problem, dass mit jedem Solo-Wiedereinstieg verbunden ist: Gekentert wird doch
i.d.R., wenn der Seegang kritisch ist, und das passiert uns, obwohl die
Sitzluke nicht geflutet ist und wir das Paddel zum Stützen bereit fest in beiden
Händen halten. Wie soll es uns dann möglich sein, nachdem wir mit Hilfe einer
Variante des Solo-Wiedereinstiegs wieder in unserer gefluteten Sitzluke Platz
genommen haben, die letzten 5 Schritte bis zum Lospaddeln auszuführen, ohne
dass wir dabei erneut kentern:
- Spritzdecke schließen,
- Sitzluke lenzen, u.U. freihändig (è bei Einsatz einer
E-Pumpe bzw. Fußlenzpumpe) bzw. mit einer Hand (è bei eingebauter
Handlenzpumpe) bzw. mit zwei Händen (è bei tragbarer
Handlenzpumpe),,
- (beim Einsatz einer tragbaren Handlenzpumpe) Lenzpumpe
kentersicher & griffbereit verstauen,
- (beim Einsatz eines Paddel-Floats) nach dem Paddel
hangeln und Paddel-Float vom Paddel lösen, entlüften, zusammenlegen und
kentersicher & griffbereit verstauen,
- Paddel so in die Hände nehmen, dass das linke Blatt
auch links liegt und das rechte rechts, und lospaddeln?
Ja, vielleicht sollten wir doch lieber unsere Rolle etwas mehr üben, und
zwar nicht nur einmal im Winter im Hallenbad, sondern auch im Sommer draußen
während jeder Tour hinaus aufs Meer … sofern wir nicht bereit sind, auf
Solo-Touren zu verzichten.
Text: Udo Beier
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03.04.2011 4-Hallig-Tour
(Revier/Inland)
Im KANU-SPORT berichtet Siegfried
Fuß in dem Beitrag:
„Im Halligmeer
– Vier Inseln in vier Tagen“
über eine Tour, die von Schlüttsiel aus gestartet wurde und über Hallig
Langeness (Hilligenley), Amrum (Wittdün), Föhr (Wyk) und Hallig Oland bis
zurück nach Dagebüll führt.
Die Passage von Langeness nach Amrum wurde aufgrund des Windes per
Fährschiff zurückgelegt, wie auch alle anderen Passagen (bis auf Oland)
Fährpassagen sind. Gerade dies macht den Reiz einer solchen Hallig &
Insel-Tour aus. Nimmt das doch den Druck, auch bei schwierigen
Gewässerbedingungen unbedingt paddeln zu müssen.
Ein paar Hinweise zum Übernachten:
Auf der Warft Hilligenley (Hallig Langeness) befindet sich die erste
DKV-Kanustation im Wattenmeer. Eine weitere gibt es auf Hallig Hooge-
Die auf Amrum beschriebene Zeltmöglichkeit auf dem Deich (!) am Seglerhafen
wird seit 2009 nicht mehr toleriert (Allzu auffälliges Zelten einer Gruppe von
Seekajak-Fahrern für eine ganze Woche war unangenehm aufgefallen; denn das
Zelten auf Deichanlagen ist grundsätzlich verboten!).
Ansonsten wird empfohlen, wenn schon irgendwo „wild“ gezeltet wird, wie
z.B. am Hafen von Wyk auf Föhr, die Zelte erst 1 Std. vor Sonnenuntergang
aufbauen und 1 Std. nach Sonnenaufgang wieder abbauen (sog. inoffizielle
„1-Std.-Regel“). So gibt man jenen Kanuten, die später auch dort mal zelten wollen,
eine größere Chance, ebenfalls nicht „vertrieben“ zu werden.
Und auf Hallig Oland ist zelten am kleinen Hafen im Süd-Westen gegen
Entrichtung einer kleinen Gebühr erlaubt. Es besteht folglich überhaupt kein
Grund, gegen die ausdrückliche Empfehlung der Einheimischen auf der ca. 400 m
entfernten Nordseite der Hallig die Zelte aufzubauen und anschließend darüber
zu berichten.
Übrigens, wer gern wissen möchte, ob er zumindest „theoretisch“ fit für
solch eine Tour durchs nordfriesische Wattenmeer ist, der möge versuchen, die
folgenden Aufgaben zu lösen: www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Langeness-Fragen.pdf
Text: U.Beier
Quelle: KANU-SPORT, Nr. 4/11, S.20-23 – www.kanu.de
Link:
www.kanu.de/nuke/downloads/Tour-Langeness.pdf
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29.03.2011 Interview
mit Atlantik-Überquerer A.Doba (Geschichte)
Im KANU-MAGAZIN wird in dem Beitrag:
„Ein Mann, ein
Boot, eine Mission: In 98 Tagen allein über den Atlantik“
ein Interview mit dem diesjährigen Atlantik-Überquerer, dem Polen
Aleksander Doba (64) (70.000 Paddelkilometer), veröffentlicht. Die Fragen stellt
sein Landsmann und Betreuer Jurek Arsoba.
An anderer Stelle wurde in den „Aktuellen Infos“ schon einmal darüber
berichtet:
www.kuestenkanuwandern.de/geschi/110202.html
Folgendes aus dem Interview ist jedoch noch erwähnenswert:
- Vor Jahren
hatte A.D. schon mal zusammen mit einem Kanuten versucht, den Atlantik zu
queren. Wegen mangelhafter Vorbereitung musst jedoch das Vorhaben abgebrochen
werden.
- Er hat
Nahrung für 120 Tage (u.a. Trockennahrung, Nutella, Süßigkeiten, Zucker)
mit und 120 Liter Wasser zur Reserve. Sein tägliches Trinkwasser (ca. 4,5
Liter) hat er mit Hilfe eines Meerwasserentsalzungsgerätes erzeugt. Die
Energie dazu lieferten Solarzellen. 30 Tage vor dem Ziel funktionierte das
Gerät nicht mehr. A.D. griff auf eine per Hand bedienbares
Entsalzungsgerät zurück. Täglich pumpte er 4 Std. um 6 Liter Wasser zu
erzeugen. Regenwasser konnte er nur auffangen (insgesamt ca. 50 Liter),
wenn es nicht so stark windete.
- Nur an 1 ½ Tagen
war der Ozean spiegelglatt.
- Anfänglich
konnte er nur 2 bis 4 Std./Tag schlafen, und dass nur nachts, da es tagsüber
zu heiß war.
- Auf ein
„Toilettenbad“ musste er wegen der ihn ständig begleitenden Barrakudas verzichten.
- Den
Blinddarm hat er sich nicht vorsichtshalber entfernen lassen.
- Gegen die
vom Salzwasser gereizte Netzhaut halfen Augentropfen.
- Der Kontakt
zur Außenwelt lief über Satellitentelefon. Im Notfall hätte er eine Seenotbake
aktivieren können. Per „Spot-Messenger“ wurde ständig seine Position gemeldet.
- Insgesamt
begegnete er 20 Schiffe, u.a. auch ein Fischerboot, dessen Besatzung,
Zigaretten und Verpflegung haben wollte, aber ihn nach 3 Minuten von
dannen paddeln ließ.
- Er erlebte
viel extreme Stürme: „In der Mitte
des Sturms war es fast ganz dunkel. Die Wolkenformationen waren ein
fantastischer Anblick, aber für einen Paddler extrem gefährlich und
anstrengend. Stürme aus allen Richtungen peitschten bis zu acht Meter hohe
Wellen auf. Während meines ersten Sturms zog ich mich in meine Kabine zurück.
Die Wellen kippten mein Boot zur Seite und ich konnte nichts tun. Schon
beim nächsten Sturm trat ich der Naturgewalt paddeln entgegen …“
- Haien ist
er nur selten begegnet. Zweimal wurde er von ihnen gerammt. Einmal schlug
er mit dem Paddel auf einen Hai ein. Gefährlicher waren da die fliegenden
Fische, von denen er mehrmals getroffen wurde.
- A.D. wird
noch nicht nach Europa zurückkehren. Vielmehr er möchte weiter Richtung
Nordamerika paddeln.
Nun ja, Aleksander Doba hat
etwas Unvorstellbares & Unverständliches vollbracht. Ich käme nie auf die
Idee, auch nur einen einzigen Tag von seinen 98 Tagen (oder waren es nicht doch
100 Tage: 26.10.10 bis 2.2.11?), die er unterwegs war, nacherleben zu wollen.
Dennoch zolle ich ihm und seiner Leistung meinen Respekt, wohl ahnend, dass
manche Kanuten damit nichts anfangen können.
Aber so ist es halt – nicht nur im Kanusport. Wer aus der „Masse“
herausragt, trifft immer auf welche, die einen bewundern, die einen ignorieren
bzw. die einen „verachten“. Trotzdem hat seine Tour etwas mit Meerespaddeln zu
tun, eigentlich mit „Off-Shore-Paddeln“, jedoch nichts mit Küstenkanuwandern
(das tat A.D. wohl nur am ersten und letzten Tag seiner Querung) und auch
nichts mit Seekajakfahren (paddelte er doch ein 700x100cm-Kajüt-Kajak mit
„Rollbügel“ und 550 kg Gesamtgewicht). Das Ungewöhnliche bzw. „Extreme“ war
bloß, dass er:
- nicht nur
am Tag, sondern auch während der Nacht unterwegs war,
- 100 Tage
& Nächte Non-Stopp ohne Landgang paddelte,
- nur am
ersten und letzten Tag Landsicht hatte,
- insgesamt
ca. 3.500 km (Luftlinie: 2.700 km) zurücklegte!
Aber wo hört das „Normale“ auf und wo fängt das „Extreme“ an? Es gibt
doch Kanuten, die schon Folgendes für extrem halten:
- eine Tour
hinaus aufs Meer,
- das
bewusste Abwettern eines 6-7er Windes im Seekajak entlang der Küste,
- eine
Tageskilometerleistung von 20 km, ….. 100 km,
- eine
Jahreskilometerleistung von 1.000 km, …. 12.000 km,
- eine
mehrstündige Nachtfahrt,
- eine Tour
zu einer Insel, die hinterm Horizont liegt,
- die
Umrundung einer Insel, ohne sie zu betreten,
- die
Beherrschung von 30 verschiedenen Rollvarianten,
- eine Nacht
im Biwak am Rande der Brandungszone,
- eine Tour
bei Eisgang & Schneefall!
Ja, warum gibt es immer wieder Kanuten, die so etwas tun. Suchen sie
wirklich immer etwas bzw. wollen sie tatsächlich immer etwas beweisen, oder tun
sie es einfach nur, weil sie es schon immer mal tun wollten?
Und warum gibt es immer wieder Kanuten, die gern all das als extrem
abtun, was sie nicht leisten können bzw. wollen?
Lasst sie doch einfach paddeln, so lange und so viel
sie wollen, auch wenn sie uns auf diese Weise verdeutlichen, was für „kleine
Lichter“ wird Kanuten doch eigentlich sind.
Text: U.Beier
Quelle: KANU-MAGAZIN, Nr. 2/11, S.84-88 – www.kanumagazin.de
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26.03.2011 Sitzprobleme
beim Küstenkanuwandern (Ausrüstung)
Der richtige Sitzhalt im Seekajak gehört neben dem Volumen, der
Bootslänge & -breite und der Kippligkeit zu den zentralen Größen, die zu
berücksichtigen sind, wenn wir ein Seekajak kaufen (oder auch ausleihen), um
entlang der Küste zu paddeln. Er stellt einen Kompromiss dar, der so zwischen
dem Sitzhalt bei Rennkajaks (K1) und Wildwasserkajaks liegt.
Er muss so gestaltet sein, dass er uns:
- zum einen beim
Vorwärtspaddeln nur so viel
Halt bietet, dass wir möglichst effizient das Paddel einsetzen können. Das
setzt voraus, dass:
(a)
die Beinarbeit
nicht behindert werden darf (was bedingt, dass die Füße festen Halt haben);
(b)
das Schließen der Knie möglich sein muss;
und
(c)
die Hüften
nicht völlig starr von der Sitzschale festgehalten werden;
- und zum
anderen beim Stützen & Rollen
solch festen Halt bietet, dass wir nicht bei Wind & Seegang in der
Sitzluke hin & her rutschen oder nach einer Kenterung gleich her
ausfallen.
Wenn es nur um das effiziente Vorwärtspaddel ginge, genügte uns der
Sitzhalt eines K1, also fester Fußhalt, eine große Sitzluke und eine flache
Sitzschale. Der Fußhalt und die Sitzluke ermöglichen die Beinarbeit und die
Sitzschale behindert nicht den Bewegungsablauf von Beinen, Armen, Rücken und
Hüfte.
Im Folgenden soll sich jedoch mit dem Sitzen beim Paddeln bei Wind &
Seegang auseinandergesetzt werden. Das Cockpit muss dabei so gestaltet sein,
dass die Knie sowohl gespreitzt als auch geschlossen werden können, je nachdem
ob wir in der Brandung spielen oder Strecke paddeln.
Sitzhalt
Zum “Sitzhalt“ gehören:
- der „Hüfthalt“, damit wir im Seegang
im Seekajak nicht allzu leicht hin & her rutschen und somit den
Kontakt zum Boot verlieren. (Das kann durch Ankleben von Schaumstoff links
und rechts des Sitzes verbessert werden!).
- der „Schenkelhalt“, damit wir nicht
aus dem Seekajak rutschen, wenn wir z.B. hoch stützen bzw. rollen. (Viele
Seekajaks verfügen wohl vom Ansatz her über Schenkelstützen, die aber meistens
starr eingebaut, also nicht verstellbar sind und dadurch nicht für jede
Körpergröße passen!)
- der „Fußhalt“, damit wir den
„Schenkelhalt“ auch wirklich nutzen bzw. gerade beim Vorwärtsfahren das Paddel
effizient einsetzen können; denn Paddeln ist nicht nur Arm- und Rücken-
sondern auch Beinarbeit (Gerade Seekajaks mit seitlich angebrachten
Steuerpedalen bieten nur wenig Fußhalt, da bei jeder Beinbewegung die
Steuerpedalen sich mitbewegen!)
Rückenhalt
Aber da gibt es noch den „Rückenhalt“.
Immer mehr Kanuten achten auf eine Rückenlehne. Je höher sie ist, desto
komfortabler erscheint sie. Ragt sie jedoch über den Süllrand hinaus, wird sie
zu einem Sicherheitsproblem; denn zu hohe Rückenlehnen behindern einen beim:
- Rollen, zumindest bei jener gängigen Rollvariante, bei
der der Kanute sich am Ende der Rollphase nach hinten legt (das ist
nämlich dann nicht mehr möglich);
- Wiedereinstieg, da die üblichen Wiedereinstiegsvarianten (z.B.
V- bzw. Parallel-Wiedereinstieg; „Cowboy“-Variante; Paddelfloat-Wiedereinstieg)
jeweils so durchgeführt werden, dass der „Kenterbruder“ von hinten über
den Süllrand in die Sitzluke rutscht.
Sollte trotz hoher Rückenlehne der Wiedereinstieg vom Ansatz her
gelingen, taucht jedoch ein zweites Problem auf: Beim Hineinrutschen in die
Sitzluke kann sich die Rückenlehne nach vorne legen, mit der Folge, dass
der „Kenterbruder“ nicht auf seiner Sitzschale, sondern auf seiner Rückenlehne
sitzt. Bei Ententeich- bzw. Hallenbadbedingungen ist das nicht weiter schlimm.
Er stellt sich dann einfach hin, während sein „Retter“ sein Seekajak stabilisiert,
dreht sich halb um und richtet die Rückenlehne wieder auf. Bei kabbligem
Seegang jedoch, der ja zur Kenterung führte, ist aber solch eine Aktion nur
unter Schwierigkeiten durchzuführen oder – sofern wir solo paddeln bzw. von
unseren Mitpaddlern allein zurückgelassen wurden – praktisch kaum durchführbar.
Natürlich können auch Rückenlehnen bzw. -gurte, die nicht über den
Süllrand hinausragen, beim Wiedereinstieg stören, und zwar immer dann, wenn sie
zu locker befestigt wurden, sodass sie beim Wiedereinstieg sich ebenfalls verdrehen
können. Bei der Montage solcher Lehnen und Gurte ist folglich darauf zu achten,
dass sie mit zwei extra Gummis oder Seile/Bänder so fest nach hinten gezogen
werden, dass ein Verdrehen beim Wiedereinstieg auszuschließen ist.
Ideal würde es sein, wenn die Sitzschale so geformt
wäre, dass wir ganz auf eine Rückenlehne bzw. einen Rückengurt verzichten
könnten. Dazu genügte es,
die hintere Kante der Sitzschale lediglich etwa 5-8 cm hochzuziehen und z.B.
mit Moosgummi zu bekleben. Der britische Seekajakhersteller P&H
hatte früher solche Sitzschalen angeboten. Ich selber besaß über 10 Jahre lang
einen „Sirius S“ mit solch einer Sitzschale und hatte damit nur gute Erfahrungen
gemacht. Leider hat P&H später wieder Rückengurte eingeführt, wohl
weil die Kanuten daran gewöhnt waren und sich nicht umstellen wollten!?
Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass Seekajaks von immer mehr Kanuten
auch auf kleineren Binnengewässern gepaddelt oder an Nord-Amerikanern
ausgeliefert werden. Viele von denen ist es wohl wichtiger, komfortabel statt
sicher zu sitzen!? Lediglich der britische Seekajakhersteller SEA KAYAKING
UK (SKUK) (vormals: Nigel Dennis), der sich wohl auf das Angebot von Seekajaks
spezialisiert hat, die ausschließlich entlang der Küste eingesetzt werden,
bietet seit einiger Zeit auch Sitzschalen an, bei denen man auf den Rückengurt
verzichten kann.
Große
Sitzluken
Wenn man davon ausgeht, dass die Sitzluke mit dem Sitz eine Einheit
bietet, taucht unter dem Sicherheitsaspekt noch ein weiterer Punkt auf, der
hier zu hinterfragen ist. Während bei den historischen Kajaks der Inuit und in
der Anfangszeit der „modernen“ Seekajakkonstruktion möglichst kleine Sitzluken
bevorzugt wurden (= fast runde„Seeluken“, „Ozeanluken“, „Mannlöcher“ mit einem
Durchmesser von etwa 55 cm), finden heutzutage die vom Wildwasser her
vertrauten großen Sitzluken (= „Schlüsselloch“-Luken, „Keyhole“-Cockpit) immer
mehr Verbreitung. Solche großen Luken haben Vorteile beim Einsteigen und
Aussteigen, aber auch Nachteile, zumindest so wie sie derzeit bei Seekajaks
eingebaut werden:
- mangelhafter Schenkelhalt, sofern keine verstellbaren
Schenkelstützen verwendet werden (bei PE-Seekajaks sind verstellbare
Schenkelstützen mittlerweile Standard, bei GFK&Co.-Seekajaks sucht man
sie jedoch noch vergebens (Ausnahme: bei LETTMANN- und WILDERNESS-Seekajaks)!);
- mangelhafte Kartenposition, sofern man nicht bereit ist, die
Seekarte auf der Spritzdecke zu platzieren. Aber welche Spritzdecke biete
serienmäßig mindestens 4 Halteösen für die Seekarte?
- undichte Spritzdecke, da sie nur selten dicht zu kriegen
ist. Manchmal liegt es an der Form der Sitzluke, manchmal am Material der
Spritzdecke, meistens an beidem! Oder liegt es einfach daran, dass sich
dafür viele Seekajakhersteller gar nicht interessieren?
- unhandliche Spritzdecke, die beim Wiedereinstieg nach einer
Kenterung, wegen seiner Länge verheddern, verdrehen oder irgendwo hängen
bleiben kann;
- leichter Wassereinbruch, weil eine große Sitzluke beim
Wiedereinstieg nach einem nassen Ausstieg schneller vom Seegang überflutet
werden kann als eine kleinere Sitzluke.
Wer sich also ein Seekajak fürs Küstenkanuwandern kaufen möchte, sollte
auf genügend Hüft-/Schenkel-/Fußhalt, flachen, nicht verrutschbaren Rückenhalt
und – wenn ausdrücklich eine lange Sitzluke gewünscht wird – auf eine Sitzluke
achten, die nicht zu lang ist. Wie lang aber sollte eine solche Sitzluke sein?
Nun, dafür gibt es einen einfachen Tipp:
- Man stellt sich mit gegrätschten Beinen
über die Sitzluke, setzt sich auf die Sitzschale und zieht anschließend
die über die beiden Bootsseiten baumelnden Beine nach. Wenn es einem dabei
gerade noch so gelingt, seine Beine in die Sitzluke zu ziehen, dann ist
ihre Länge okay.
Wer sich nun doch lieber für eine noch längere Sitzluke entscheiden
möchte, der muss halt in Kauf nehmen:
- dass seine Spritzdecke
immer unhandlicher wird und einem beim Wiedereinstieg nach einer
Kenterung mit Ausstieg immer stärker behindern kann (wer das verhindern
möchte, der sollte vor dem Wiedereinstieg den vorderen Teil des
Spritzdeckentellers oben in den Spritzdeckenschacht stecken);
- dass
während des Wiedereinstiegs eine große Sitzluke leichter &
schneller voll Wasser laufen kann, als eine kleinere, sodass das
Lenzen im Seegang noch zeit- & kraftraubender wird, als es ohnehin
schon ist.
Randproblem:
Seekarte
Es wurde ja schon das Problem mit der Ablage der Seekarte erwähnt. Bei größeren Sitzluken müsste sie
eigentlich auf der Spritzdecke gelagert werden, wenn man noch was auf ihr
erkennen möchte. Aber wie kriegt man diese i.d.R. DIN-A3 große Seekarte(nkopie)
dort so fest, dass sie:
- weder von
der Brandung heruntergespült bzw. vom Wind weggeblasen
werden kann,
- noch bei
einer Kenterung verloren gehen bzw. einen beim Wiedereinstieg
behindern kann?
Gerade Letzteres sollte nicht vernachlässigt werden; denn beim
Wiedereinstieg erleben manche „Kenterbrüder“ den GAK (Größtanzunehmendes
Kuddelmuddel) ihres Lebens:
Sie
sitzen endlich nach einem Unterwasserausstieg wieder in ihrer Luke, aber unter
ihrem Hintern liegt nicht nur die ach so bequeme Rückenlehne und der
allzu große Spritzdeckenteller, sondern auch ihre Seekarte und
quasi als Zugabe die aus der Halterung gefallene tragbare Handlenzpumpe
… und das alles bei einer 50 cm hohen Welle mit Schaumköpfen!?
Sitzschale
& -unterlage
Das mit der Sitzschale & -unterlage ist ein Problem für sich, dass
sehr individuell ist (z.B. Gesäß schmerzt, Beine schmerzen, Oberschenkel
schlafen ein) und für das es in der Regel nur eine individuelle Lösung gibt.
Ins Auge fallen dabei ergonomisch geformte Sitzschalen, die kurzfristig
einen guten Sitzhalt vermitteln, langfristig aber u.U. eine Sitzverlagerung
nicht ermöglichen und zu Schmerzen führen können, wenn z.B. die vordere Sitzkante
in die Oberschenkel drückt.
Manche empfehlen Sitzkissen, je dicker, desto bequemer … aber umso
kippeliger kann das Seekajak werden.
Einige schwören auf geformte oder in Keilform geschnittene Sitzkissen,
gegebenenfalls mit zwei Löchern für die Sitzhöcker.
Andere raten zu Kissen aus Schaumstoff, Latex, Gel oder solche, die
aufblasbar sind.
Auch gibt es welche, die begeistert sind von einer verlängerten
Sitzschale, sodass die Last des Oberschenkels sich auf die gesamte Sitzschale
verteilen kann.
„Alte“ Faltbootfahrer können sich z.B. nicht von ihrem Schlafsack
trennen, auf dem Sie während einer Tour sitzen.
Welche Sitzschale bzw. -unterlage für einen geeignet ist, muss jeder
selber ausprobieren. Manchmal kommen die Sitzprobleme aber gar nicht vom Sitz,
sondern:
- vom
Rückengurt,
- der
falschen Sitzposition,
- der zu
niedrigen Sitzhöhe,
- dem
falschen Paddelstil,
- dem allzu
kraftlosen Einsatz des Paddels
- bzw. der
untrainierten Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur.
Wer also neben dem Paddeln zusätzlich noch z.B. joggt bzw. walkt, dürfte
gegebenenfalls weniger an Sitzproblemen leiden!
Text: Udo Beier
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23.03.2011 Touren
entlang Spiekeroog bzw. Langeness (EPP 3 Küste) (Ausbildung)
Im Rahmen der Ausbildung EPP 3 (Küste) werden zwei Touren angeboten. Zum
einen gibt es eine Ausbildungsfahrt hinüber nach Spiekeroog mit Abstechern nach
Wangerooge, Langeoog und Baltrum (19.-22.5.11), und zum anderen eine nach
Langeness mit Abstechern nach Oland, Gröde, Hooge, Amrum und Föhr (11.-14.8.11).
Um auf diese Touren genügend vorbereitet zu sein, haben die Teilnehmer
vor Beginn der Tour „Hausaufgaben“ zu lösen. Wen die Fragen zu diesen
Hausaufgaben interessieren oder wer mal vorhat, in diesen Revieren zu paddeln,
kann diesen Fragenkatalog auf der DKV-Homepage abgerufen:
www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Spiekeroog-Fragen.pdf
www.kanu.de/nuke/downloads/Kurs-Langeness-Fragen.pdf
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21.03.2011 Umweltführer
für Küstenkanuwanderer (Natur)
Die „Irish Seakayaking Association“ (ISKA) hat ein
12-seitiges Info-Blatt zum Thema:
„Sea Kayaking – A Guide to Good Environmental
Practice”
herausgegeben. In diesem Guide findet man eine
Vielzahl von Tipps & Empfehlungen, wie man sich vorm, beim und nach dem
Paddeln entlang der Küste verhalten sollte.
Link: www.irishseakayakingassociation.org/m2/envguide.pdf
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15.03.2011 Bekanntmachungen
für Seefahrer (Befahrungsregelung/Recht)
Die „Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes“ (WSV) bietet einen
„Elektronischen
Wasserstraßen-Informationsservice“ (ELWIS)
an, dem u.a. die
„Bekanntmachungen
für Seefahrer“
zu entnehmen sind:
è www.elwis.de/BfS/bfs_start.php.html
Die meisten dieser Bekanntmachung betreffen nur am Rande das
Küstenkanuwandern. Wichtig können jedoch jene Infos über die Veränderung von
Seezeichen und die aktuellen Schießzeiten von den militärischen Schießgebieten
entlang der Ostseeküste sein (z.B. für die Schießgebiete Todendorf und Putlos (Kieler
Buch / Hohwachter Bucht).
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10.03.2011 Querung:
Bass Strait (Australien/Tasmanien) (Revier/Ausland)
Im Newsletter des „New South Wales (NSW) Sea Kayak Club“ finden
wir eine Vielzahl von Berichten zur ca. 200 bis 300 km weiten Querung der Bass
Strait, jener Meerenge zwischen Australien und Tasmanien:
Fraser, Doug: Topless Sea
Kayakers Talk About Xena
è www.nswseakayaker.asn.au/mag/34/xena.html
(1998)
Trueman, Stuart: Solo Bass
Strait Crossing
è www.nswseakayaker.asn.au/mag/38/bassstraitsolo.html
(1999)
Edmond, Gary: Crossing Bass
Strait. “once bitten, twice …”
è www.nswseakayaker.asn.au/mag/25/bassstrait.htm
(1996)
N.N.: A Sea Kayak Crossing:
Bass Strait
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/41/bassstrait.htm
(2000)
è www.nswseakayaker.asn.au/mag/41/bassstrait.html
(2000)
Smith, Julian: Tidal River to
Musselroe Bay
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/42/bassstrait.htm
(2000)
Stuber, Dirk: Crossing Bass
Strait – Almost
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/45/bassstrait1.htm
(2001)
McAuley, Andrew: Bass Strait?
No Worries!
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/45/bassstrait2.htm
(2001)
è www.nswseakayaker.asn.au/mag/45/bassstraitnoworries.html
Watkinson, Andrew: X Bass
Strait
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/52/crossbassstrait.htm
(2003)
McAuley, Andrew: King Island
and Beyond (Western Bass Strait First Solo)
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/52/kingisland.htm
(2003)
Stedman, Michael: Relief at
End of Bass Strait. Vince Browning’s Solo Kayak Adventure
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/52/bassstrait.htm
(2003)
Trueman, Stuart: Kayaking
Bass Street
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/53/bassstrait.htm
(2003)
Snoad, Mike: Bass Strait
Bliss
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/53/bassstrait2.htm
(2003)
McAuley, Andrew: Bass Strait
Super-Direct
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/56/bassstrait.htm
(2004)
Watkinson, Andrew: It’s all
Good
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/63/allgood.htm
(2006)
Schlemmer, Claudia: Swalloed
by Fog: Crossing Bass Strait South to North
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/63/fog.htm
(2006)
Trueman, Stuart: Learning
from Experience. Two attempts to cross Western Bass Strait
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/66/experience.htm
(2007)
Allen, Les: Bass Strait. Port
Welshpool to Tasmanien
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/66/bassstrait.htm
(2007)
Truemann, Stuart: Bass Strait
Direct Crossing
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/73/bassstrait.htm
(2008)
Wie man dem Streckenverlauf und der exponierten Lage zwischen Australien
und Tasmanien entnehmen kann, handelt es sich hier um ein sehr anspruchsvolles
Revier. Den insgesamt 18 Beiträgen kann man entnehmen, mit welchen
Schwierigkeiten & Problemen die Kanuten unterwegs konfrontiert wurden.
Küstenkanuwanderer, die planen, ähnlich Anspruchvolles zu paddeln, dürften
deshalb diese Tourenberichte besonders von Interesse sein.
Text: Udo Beier
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07.03.2011 Querungen
(Geschichte)
Der eine oder andere Kanute, Küstenkanuwanderer bzw. Off-Shore-Kayaker
mag wohl von einer Herausforderung träumen …. und fast jedes Land, das an der
Küste liegt, hat zumindest für einen Off-Shore-Kayaker eine solche Herausforderung
zu bieten, und wenn nicht, dann sucht er sich halt eine solche Herausforderung
woanders.
Z.B. träumte der Pole Aleksander
Doba wohl schon immer von der Querung des Süd-Atlantiks (Senegal –
Brasilien) und hat diesen Traum unlängst realisiert (2010/11: ca. 2.700 km in
100 Tagen):
http://transatlantic2010.blogspot.com
www.kuestenkanuwandern.de/geschichte/110202.html
Aber er war nicht der erste, der eine solche schier unüberwindbare
Querung wagte:
Christoph Kolumbus segelte mit einer Karavelle 1492 die ca.
7.000 km lange Strecke über den Atlantik von Palos de la Frontera (Spanien)
nach San Salvador (Bahamas) in 71 Tagen, wobei er für die ca. 5.800 km lange
Strecke Kanarische Inseln – San Salvador 37 Tage benötigte:
http://de.wikipedia.org/wiki/Entdeckung_Amerikas_1492
Franz Romer segelte mit einem Faltboot (640x100 cm) 1928
die ca. 4.900 km lange Strecke über den Atlantik von den Kanaren nach St.
Thomas (Karibik) in 58 Tagen:
www.kuestenkanuwandern.de/geschichte/030910.html
www.kuestenkanuwandern.de/geschichte/040408.html
Hannes Lindemann segelte mit einem Faltboot (520x87 cm) 1956
die ca. 4.750 km lange Strecke über den Atlantik von den La Palma (Kanarische
Inseln) bis nach St. Martin (Karibik) in 72 Tagen:
www.kuestenkanuwandern.de/geschichte/050406_a.html
Der US-Amerikaner Ed Gillet
paddelte in einem umgebauten Zweier-Seekajak 1987 die ca. 3.750 km lange
Strecke über den Pazifik von Monterey (Kalifornien) nach Maui (Hawaii) in 64
Tagen, von denen er sich etwa 20 Tage von einem Drachen ziehen ließ:
www.canoekayak.com/features/stories/gillet/
Der Brite Pete Bray paddelte
2001 im zweiten Anlauf mit einem Kabinen-Kajak (822x80(?) cm) die ca. 3.300 km
lange Strecke über den Nordatlantik von St. Johns (Neufundland/Kanada) bis nach
Belderrig (Donegal Bay/Irland) in 76 Tagen. Bei seinem ersten Versuchen ein
Jahr zuvor musste er jedoch sein Vorhaben wegen Wassereinbruch schon am 2. Tag
abbrechen.
www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/070305.html
Der Australier Andrew McAuley
scheiterte 2007 ca. 120 km vorm Ziel bei seinem Versuch, mit einem umgebauten
Zweier-Seekajak (640x62 cm) die 1.650 km lange Strecke von Fortesque Bay
(Tasmanien) nach Milford Sound (Neuseeland/Südinsel) zu queren:
www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/070213.html
www.nswseakayaker.asn.au/magazine/70/inquest.htm
Die beiden Australier James
Castrission & Justin Jones schafften 2007/08 mit einem Kabinen-Zweier-Kajak
die ca. 2.100 km lange Strecke von Forster (Australien) nach Plymouth
(Neuseeland/Nordinsel) in 62 Tagen zu queren:
www.kuestenkanuwandern.de/geschichte/080113.html
Aber diese Off-Shore-Kayaker haben auch mal ganz „klein“ angefangen.
Z.B.:
Der in England lebende Amerikaner Samuel
Franklin Cody ließ sich 1903 innerhalb von 13 Std. im Faltboot (400x100 cm)
per Drachen die ca. 33 km lange Strecke von Calais nach Dover ziehen:
www.kuestenkanuwandern.de/geschichte/040718.html
Karl Schmidt paddelte 1929 mit einem Faltboot die ca. 80
km lange Strecke von Bremerhaven nach Helgoland in 2 Tagen (mit Übernachtung
unterwegs auf einem Feuerschiff):
www.kanu.de/nuke/downloads/Tour-Bremerrhaven-Helgoland.pdf
Arved Fuchs & Rainer Neuber versuchten vergeblich,1987 mit
Einer-Faltbooten die ca. 510 km lange Strecke von Kilnsea (England) nach
Helgoland zu paddeln. Sie mussten jedoch nach 9 Tagen Gegenwindpaddeln in der
Höhe von Den Helder abbrechen.
Matthias Panknin & Karl
Wolfner paddelten die ca. 50
km lange Strecke von St. Peter-Ording aus nach Helgoland und sofort retour,
d.h. knapp 100 km in 17 Std.:
www.kanu.de/nuke/downloads/Tour-St.Peter-Ording-Helgoland.pdf
Jochen Grikschat & George
Hartwig versuchten 2001 in
einem Zweier-Seekajak die ca. 600 km lange Strecke von Norfolk (England) non-stopp
seitab der friesischen Inseln bis nach Cuxhaven zu paddeln. Seekrankheit zwang
sie jedoch, die Tour schon am 2. Tag abzubrechen.
Stefan Jonscher und 4 Mitpaddler vom Stralsunder Kanu Club
schafften 1992 die 63 km lange Strecke von Hiddensee nach Mön (Dänemark) in
8:30 Std.
Ein paar andere Stralsunder
Kanuten versuchten später die 90 km lange Strecke von Rügen nach Bornholm
(Dänemark) zu queren, aber mussten kurz vorm Ziel auf ein Begleitboot
umsteigen.
Der Australier Andrew McAuley
schaffte 2003 die ca. 220 km weite Querung der Bass Strait von Australien nach
Tasmanien in 35 Std.:
www.nswseakayaker.asn.au/magazine/52/kingisland.htm
Der Brite Nigel Dennis
schaffte mit einer Gruppe 2003 die Querung der ca. 25 km breiten Straße von
Gibraltar zwischen Gibraltar und der Insel Ceuta (Afrika) in 9 Std.:
www.nanuk.de/inhalt/berichte/reise_afrika/berich_afrika.htm
Der Brite Ian Wynne
überquerte 2007 mit einem Surf-Ski (640x44 cm) die ca. 33 km kurze Strecke des
Ärmelkanals zwischen Dover (England) und Cape Gris Nez (Frankreich) in einer
Rekordzeit von 2:59:06 Std.:
www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/071201.htm
Der Deutsch/Norweger Volker
Siepmann querte 2002 den ca. 115 km breiten Skagerrak von Arendale
(Norwegen) nach Hirtshals (Dänemark) in 19 Std.
Die Briten Rob Cunliffe & George
Arnison querten 2004 die ca. 100 km breite Irische See von Porth Dafarch
(Wales) nach Dun Laoghaire (Irland) in 20 Std.
www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/040125.html
Freya Hoffmeister überquerte anlässlich ihrer
Australienumrundung 2009 den ca. 575 km breiten Golf von Carpentaria in 8 Tagen
und 7 Nächten:
www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/091215.html
Zu denken ist aber auch an den Deutschen Christoph B, der zur Zeit die Realisierung seines Traumes von der
ca. 250 km langen Querung der Adria zwischen Split (Kroatien) nach Pescare
(Italien) plant:
http://forum.kanu.de/showthread.php?t=4906
www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/110226.html
Warum müssen die Deutschen immer in die Ferne schweifen, quasi
„fremdqueren“, statt vor der eigenen Küste nach einer außerordentlichen Querung
Ausschau zuhalten? Nun, von Mecklenburg-Vorpommern aus ist wohl von den
Stralsundern alles Wichtige auf der Ostsee angepeilt und gequert worden. Aber
auf der Nordsee ist es noch keinem Off-Shore-Kayaker gelungen, die Deutsche
Bucht von Borkum über Helgoland nach Sylt (Hörnum) zu queren (100 km + 70 km).
Wohl aber haben es Udo Weiter &
Michael Koopmann geschafft, in 2 Tagen von Neuwerk aus über Helgoland nach
Amrum zu paddeln (50 km + 60 km).
Und wer sich als Europäer sieht, der kann sich mal als Off-Shore-Kayaker
die Querung des Golf von Biscaya vornehmen. Die Strecke von Brest (Frankreich)
bis Cabo Ortegal (Spanien) ist ca. 575 km lang und somit genauso lang wie jene
legendäre Passage von Freya Hoffmeister
über den Golf von Carpentaria.
Oder wer mal an bzw. über die Grenzen Europas vorstoßen möchte, kann ja
mal versuchen, von Portugal bis hinüber zu den 960 km entfernten Kanarischen
Insel zu paddeln. Dass das schon Franz
Romer zu Beginn seiner Atlantiküberquerung 1928 mit seinem Faltboot in 11
Tagen schaffte, und zwar von Sagres (Portugal) nach Lanzarote, sollte einen
nicht weiter stören. Ist er doch zum einen mit seinem Faltboot „nur“ gesegelt,
nicht aber gepaddelt, und zum anderen wollte er eigentlich nach Madeira. Wegen
widriger Wind musste er jedoch einen südlichen Kurs einschlagen.
Text: Udo Beier
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06.03.2011 Koh
Chang, Koh Mak & Koh Kut (Thailand) (Revier/Ausland)
In der YACHT berichtet A.Fritsch
in dem Beitrag:
„Auf den
Spuren Buddas: Koh Chang, Koh Mag, Koh Kut u.a.“
über die Inseln um den Nationalpark Koh Chang.
- Es handelt
sich um ein „schwachwindiges Revier mit vorherrschendem Wind aus Nordost,
im Februar auch aus Südwest.
- Nachts oft
Flaute.
- Tropisch-feuchtes
Klima (Nov.-April: Wassertemperatur: über +25° C, Lufttemperatur: über
+30° C, Regentage: Dez. 3 Tage und April 13 Tage).
- Gezeitenrevier
mit 1 bis 1,5 m Tidenhub
Quelle: YACHT, Nr. 7/11, S.21-21 – www.yacht.de
Links:
Revierführer: www.southeastasiapilot.com
Tourst-Infos: www.iamkohchang.com
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05.03.2011 Kykladen/Dodekanes
(Griechenland) (Revier/Ausland)
Die griechischen Inseln - egal ob nun in der Adria oder der Ägäis -
laden zum Küstenkanuwandern und Inselhopping ein, wenn da nicht die recht
großen Entfernungen zwischen den Inseln und der Wind wären. Nun, die
Inselquerungen lassen sich notfalls auch per Fährschiff bewältigen, aber wie
ist es mit dem Wind? Bislang war ich vier Mal auf den griechischen Inseln,
jeweils im September. Die Hälfte der Zeit hätte man wegen des Windes kaum
paddeln können. Selbst die Ausflugsschiffe boten dann keine Inselrundfahrten
an. Wahrscheinlich kann man dort nur im Mai und Juni paddeln, dann ist es auch
noch nicht so heiß und trocken und staubig. Wer die Zivilisation nicht scheut,
kann ja ab & an mal ein Quartier nehmen, letztlich auch, um sich die am Tag
angesetzte Salzkruste wegduschen zu können. Wer jedoch lieber frei zelten will,
sollte sich bei den Nordstränden damit rechnen, dass das Verhältnis Sand und
Plastikmüll etwa 1:1 beträgt.
In der YACHT erschien nun von A.Fritsch der Beitrag:
„Santorin, das
magische Ziel“
in dem er das Revier der südlichen Kykladen und des Dodekanes vorstellt.
Ob es dabei auch um ein – wenn auch sehr anspruchsvolles - Seekajak-Revier
handelt, muss jeder selber prüfen und sich dabei stets an die folgenden Ausführungen
über Wetter & Revier erinnern:
- „Die Kykladen sind bei Meltemi das
anspruchvollste (Segel-)Revier Griechenlands. Der Sommerwind beginnt im
Juni, erreicht im Juli und August seine höchste Stärke und flaut im
September ab. Er weht aus nördlichen Richtungen, oft mit 5 bis 7 Bft.,
manchmal auch mit deutlich mehr. Er dörrt die Inseln aus, die Landschaft
ist karg. Das Leben spielt sich oft in ein, manchmal zwei großen
Inselorten ab. In der Vor- und Nachsaison dominieren leichtere Winde aus
Nord oder Süd, auch längere Flauten sind dann möglich.“
Quelle: YACHT, Nr. 19/10, S.54-63 – www.yacht.de
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04.03.2011 Hai-Angriff
(Ausbildung)
Wer Freya Hoffmeisters
Vortrag über ihr „Race Around Australia“ (18.1.-15.12.09) gehört hat,
konnte anschließend ihr 549 cm langes und 56 cm Seekajak, ein „18X Sport“ von
EPIC KAYAKS, in Augenschein nehmen, insbesondere die Löcher im Achterschiff.
Sie stammten anscheinend von einem Hai ab, der wohl nach Futter schnappte, das
sich dann doch nicht als für ihn nahrhaft erwies. Freyas Erzählung darüber war
nicht sehr spektakulär. Es fanden keine Blickkontakte statt, weder vorher noch
nachher. Die Haie waren einfach zu schnell … so auch beim „Bisskontakt“. Freya
bemerkte nur eine heftige Erschütterung, als ob ihr Seekajak etwas rammte. Sie
nahm das jedoch nicht weiter ernst:
„Ich hatte davor im Norden
täglich zwei bis drei dieser Rammstöße ins Heck, nur waren alle schwächer und
es waren halt „nur“ Rammstöße. Die Haie ließen bislang ihr Maul zu. Ich habe
nach dem Stoß aufs Heck geschaut und dieses Stück (was auch immer!?) auf meinem
Hinterschiff gesehen. Ich bildete mir ein, das Viech hatte sich verletzt und
hinterließ ein Stück Haifischfleisch auf meinem Achterdeck. Es war aber ein
Stück Fiberglas von meinem Seekajak, welches ich erst nach ca. 6 Stunden
Weiterpaddeln dann beim mittäglichen Anlanden entdeckte. Ein sofortiges Anlanden
hielt ich eh nicht für nötig, da die anderen (schwächeren) Stöße immer ohne
Schäden abliefen. Geschockt war ich erst an Land. Auf dem Wasser hatte ich kein
Problem und habe nicht im Entferntesten daran gedacht, dass der Hai bis zu
fingerdicke Löcher reingebissen haben könnte:
https://picasaweb.google.com/102265701659028879865/AustraliaStage9BroomeOnslow070729072009#5570565663904413730
https://picasaweb.google.com/102265701659028879865/AustraliaStage9BroomeOnslow070729072009#5570565427256492882
und dass nun deshalb mein Heck
allmählich voll Wasser lief. Nur das Paddeln ging immer schwerer und immer langsamer
… ich schob es auf meine Müdigkeit; denn immerhin paddelte ich an diesem Tag
schon seit Mitternacht.“
Anschließend las ich nun einen Beitrag des Australiers John Wilde:
„Shark Attack: A load of Bull“
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/70/bull.htm
(2008)
der von einer ähnlichen Begegnung berichtet, die ähnlich unspektakulär
ablief und wo ebenfalls „nur“ die spektakulären Bissspuren zurückblieben.
John paddelte entlang der Küste von Tasmanien. An
dem Tag war er schon 60 km unterwegs gewesen mit seinem Seekajak, als es anfing
mit 7 Bft. zu blasen. Der Seegang wurde immer höher und rauer. Brecher türmten
sich 2-3 m hoch auf. Er suchte daher nach einer Anlandemöglichkeit. Gerade als
er ein flaches Riff queren wollte, wurde sein beladenes Seekajak ungewöhnlich
heftig hochgehoben, quasi aus dem Wasser gehebelt, so als ob er auf ein Unterwasserfelsen
aufgesetzt hätte. 15 Minuten später an Land checkte er sein Seekajak: 2
blendend weiße Zähne steckten noch im Unterwasserschiff kurz vor seinem Sitz. Ansonsten
entdeckte er große Kratzer in der Gel-Coat-Schicht und Splitterbrüche. Es
handelt sich unzweifelhaft um Spuren eines ca. 50 cm breiten Gebisses. Dass
sein Seekajak mittig nicht auseinanderbrach, verdankte er wohl seinem
Carbon-Kevlar-Rumpf … und Duct-Tape, um anschließend mit ihm weiterpaddeln zu
können.
Wie bei Freya geschah der
Angriff ohne Vorankündigung. In Down Under meint man:
„It’s
not the shark you see that you need to be afraid, but the one that you don’t.“
In der Tat, in diesem Spruch steckt mehr als ein Fünkchen Wahrheit.
Text: Udo Beier
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03.03.2011 Gescheiterte
Solo-Querung von Tasmanien nach Neuseeland (Abenteuer)
Andrew McAuley versuchte 2007 die Tasmanische See von
Tasmanien aus nach Neuseeland (Südinsel) zu queren. Er startete am 11.1.07 von
Fortesque Bay aus in einem „Mirage“ Seekajak (640x62 cm; 60 kg). Nur ca. 125 km
vor dem Ziel geriet er am 9.2.07 in Seenot, gab per UKW-Sprechfunk noch eine
Notmeldung heraus und ging dann unter, bevor Retter den Unfallort erreichten.
Ein Tag später fand man sein auf dem Ocean treibendes Seekajak.
Im Magazin seines Heimatvereins New South Wales (NSW) Sea Kayak Club
wurden die Ergebnisse einer danach eingeleiteten Untersuchung vorgestellt und
kommentiert:
è www.nswseakayaker.asn.au/magazine/70/inquest.htm
Andrews Frau hat nun auf der Basis der ihr zur Verfügung stehenden Infos
ein Buch über seine Tour geschrieben:
McAuley,V., SOLO: A Man. A Kayak. An Ocean (2010,
382 S.)
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02.03.2011 Europäischer
Paddelpass: Abstufungen/Kriterien (Ausbildung)
Näheres über die Kriterien z.B. für EPP 3 – 5 (Küste) findet man im
folgenden Link:
è www.europaddlepass.com/home/awards
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01.03.2011 Rund
Madagaskar (Revier/Ausland)
Der Niederländer Riaan Manser hat nicht nur Afrika mit dem Fahrrad
„umrundet“, sondern nun auch Madagaskar. Dieses Mal jedoch mit dem Kajak.
Sein Buch:
„Around Madagascar on My Kayak“ (J.Ball Publisher (2011, 300 S.)
wird in Kürze erscheinen.
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