Wochenblog BeDa Greenland 2011
Inhalt:
Woche 1 – Perfekte Verhältnisse Woche 2 – Schnee und Eis (9. Mai) Woche 3 – Gefrorene Fjorde (16. Mai) Woche 4 - Nordwinde (23. Mai) Woche 5 – Nebliger Frühlingsbeginn (6. Mai) Woche 6 – Windstille Nachtetappe (13. Mai) Woche 7 – Windstille Nachtetappe (13. Juni) Woche 8 – „Ullotuneq“ (20. Juni) Woche 9 – Sommer in Nuuk und Flussfahrten (27. Juni) Woche 10 – Wale, Mosquitos und Akupunktur (4. Juli) Woche 11 – Letzte Etappe bis Maniitsoq (11. Juli) new 26.7.2011 Woche 12 – Greenlandic Kayak Championship (18. Juli) new 26.7.2011
Woche 1 – Perfekte Verhältnisse (28. April) zurück Haupseite Expedition
Endlich geschafft! Wir stehen nun mit unseren Kajaks und all unserer Ausrüstung vor dem Flughafengebäude in Narsarsuaq, im Süden von Grönland. Nach all den Flugabsagen und – verschiebungen in Island wegen miserablen Wetters grenzt es beinahe an ein Wunder, dass wir nun tatsächlich auf grönländischem Boden stehen. Es schneit noch ganz spärlich und dank der äusserst trockenen Luft fühlen sich die -5 C° gar nicht mal so schlimm an.
Um noch all unsere Ausrüstung vorzubereiten und die Kajaks optimal Laden zu können, verbringen wir den ersten Tag in der Jugendherberge von Narsarsuaq. Diese wird seit vielen Jahren von einem Franzosen geführt, der vor langer Zeit auf einem Segeltrip in Grönland stecken blieb. Gerne informierte er uns über die diversen Gefahren (v.a. Föhnstürme, Packeis uns Eisbären) und besprach mit uns die geplante Route. Den Nachmittag nutzten wir bei strahlendem Wetter um etwas durch die noch immer verschneite, felsige und sehr karge Landschaft zu ziehen.
Bereits um acht Uhr am kommenden Morgen standen unsere bis zuoberst gefüllten Kajaks am zugefroren Hafen bereit und bahnten sich, voller Erwartungen und auch von etwas Ungewissheit begleitet, den Weg durch die dünne Eisschicht. Glücklicherweise schien die Sonne und es war beinahe windstill, sodass wir umgehend in einen guten Paddelrhythmus fielen. So konnten wir in vollen Zügen die wunderbar verschneite Landschaft und die vielen, noch eher kleinen Eisberge geniessen.
Wie es sich auch noch in Zukunft zeigte, erwartete uns jeweils am Abend die beinahe strengste Arbeit, nämlich die über 80 Kilogramm schweren Boote vom Wasser an den Campplatz zu bringen. Nicht gerade hilfreich dabei ist der Unterschied von Ebbe und Flut von bis zu 2.5 Metern. Und bereits schon am dritten Abend fanden wir auf unseren Erkundungsrundgängen unseres Campplatzes Spuren eines Eisbären. Zum Glück waren diese schon etwas älter, und obwohl wir wussten, dass die ausgehungerten Eisbären, welche jährlich mit dem Packeis von Ostgrönland kommen, noch nicht hier sein sollten, hatten wir während den ersten paar Nächten keinen tiefen Schlaf. Bei jedem Geräusch horchten wir genauer hin und fragten uns, ob nun doch ein Eisbär ums Zelt zieht.
Auf dem Flug von Island nach Grönland lernten wir eine Kajakerin aus der Hauptstadt Südgrönlands kennen. Als Sie von unserem Vorhaben erfuhr, lud sie uns postwendend zu sich nach Hause ein. So nahmen wir entgegen unseren Plänen einen fünftägigen Umweg nach Qaqortoq in Kauf. Wie sich herausstellte, hatte sich dies allemal gelohnt. Amma, die Marathons und Adventures Races (einige Abschnitte mit dem Kajak) bestreitet, konnte uns viele nützliche Ratschläge erteilen und gab uns einige Kontaktadressen mit auf den Weg, sodass wir in verschiedenen Dörfern einen Platz zum übernachten haben. Ebenfalls durften wir miterleben, wie die Familien heutzutage leben. Der Lebensstandart ist beinahe mit unserem zu vergleichen. Der einzig grosse Unterschied besteht darin, dass praktisch noch alle Bewohner regelmässig fischen und auf die Jagd gehen. Und bezüglich Infrastruktur; da es keine Strassen zwischen den Ortschaften gibt, reist man mehrheitlich per Boot oder mit dem Helikopter.
Damit wir nicht zweimal denselben Weg vor und nach Qaqortoq paddeln mussten, hatten wir eine drei Kilometer lange Passage in Igaliku gewählt. Anstatt die Kajaks mühselig über den Schnee zu ziehen, konnten wir glücklicherweise mit einem Bauern auf seinem Traktor mitfahren.
Die gesamte erste Woche durften wir schönstes Wetter mit Temperaturen zwischen -5 und 10 C° mit nur wenig Gegenwind geniessen. Besonders die Mittage gestalteten sich wunderbar, da man im T-Shirt an der Sonne liegen konnte.
Von Qaqortoq ging es in 1,5 Tagen weiter, durch unzählige kleine Inseln und Kanäle mit stärkeren Strömungen nach Narsaq. Dort genossen wir einen Tag auf dem Mountainbike und wanderten auf einen höheren Berg, wo man eine fantastische Aussicht auf die mit Eisbergen gespickten Fjorde und das gewaltige Inlandeis hatte.
Woche 2 – Schnee und Eis (9. Mai) zurück Haupseite Expedition
Noch voller Energie und Zuversicht machten wir uns auf den nächsten, 260 Kilometer langen, Abschnitt bis Arsuk. Doch bereits am zweiten Tag, als wir einen schmalen Fjord zu einem Kanal hoch paddelten, versperrte uns plötzlich eine dicke Eisschicht die Weiterfahrt. Entgegen den Informationen diverser Einwohner war der Fjord auf einer Länge von zwei Kilometern zugefroren. Anfangs konnten wir uns noch den Weg durch einen schmalen von der Strömung geschaffenen Kanal bahnen. Doch nach kurzer Zeit waren wir daran, die Boote über Eisschollen und später entlang des Ufers zu ziehen. Dieser anstrengende Abschnitt kostete uns nicht nur viel Energie, sondern stahl uns beinahe einen ganzen Tag. So waren wir auch sehr froh, als unser wöchentlicher Ruhetag vor der Tür stand. Diesen nutzen wir jeweils für Reparaturen, Reinigungen und eine grössere Dusche.
In den kommenden Tagen blieben wir glücklicherweise von noch mehr Eis verschont, jedoch kündigten immer stärker werdende Winde (natürlich mehrheitlich gegen uns oder von der Seite) einen Wechsel des Wetters an. Nachdem wir in Qassimiut unsere Vorräte wieder aufgefüllt hatten (alles ca. doppelt so teuer wie in der Schweiz, nur das Benzin kostet der Liter 95 Rappen), installierte sich für ganze zwei Wochen eine Tiefwetterlage über unserem Reisegebiet. Immer wieder wurden wir von Schneestürmen heimgesucht und nicht selten waren am Morgen Zelte und Kajaks mit einer Schneeschicht bedeckt.
Woche 3 – Gefrorene Fjorde (16. Mai) zurück Haupseite Expedition
Zusätzlich zum schlechten Wetter wurde unser Fortschritt zwei Tage lang durch den grösstenteils zugefrorenen Nybores Kanal erschwert. Obwohl uns Fischer wiederum versichert hatten, dass es kein Eis haben sollte, konnten wir die Kajaks einige Kilometer über das Eis und den Schnee an Land schleppen. So kamen wir nur sehr langsam voran und verbrauchten extrem viel Energie und Lebensmittel.
Ebenfalls machte sich langsam bemerkbar, dass wir länger kein richtiges Fleisch mehr verzehrt hatten. Es brauchte immer mehr Zeit, bis wir nach den strapazierenden Tagen wieder zu Kräften kamen. Glücklicherweise fanden wir eines Abends einen faulen Hasen, der einen grossen, sowie auch seinen letzten Fehler begann. Anstatt schleunigst davon zu rennen, streckte er sich, gähnte und hoppelte gemütlich im Kreis. Dank des frisch gefallenen Schnees war es nicht schwierig, ihn auf einem Hügel sitzend aufzuspüren – und eine Stunde später sass er schon in einem aus Steinen gebauten Ofen über der Glut. Einfach köstlich! Sehr zart, dunkles Fleisch, kein Vergleich mit den in der Schweiz zu bekommenden Zuchthasen.
Obwohl das Wetter es nicht gerade gut mit uns meinte, durften wir dafür jeden Tag Adler, Seehunde und unzählige Rentiere beobachten. Dies lässt einem schnell vergessen, dass man wegen des Eises und Wetters schon unzählige Tage verloren hat. Und wenn wir schon beim Wetter sind; In jeder Ortschaft haben wir versucht Internetzugang zu finden, um die Wetterprognosen zu studieren und manchmal haben wir auch von zu Hause ein SMS erhalten (so einmal pro Woche hat man Empfang). Jedoch mussten wir uns sehr schnell damit abfinden, dass man diese in 80 % der Fälle schnell wieder vergessen kann. Die Windrichtung stimmt jeweils um mindestens 90 Grad, und in der Stärke um mindestens 2 BF nicht. Mehr als einmal waren 2-3 BF angesagt, aber in Realität mussten wir wegen 6-7 BF im Zelt bleiben. Nur was die Niederschläge betrifft, kann man sich etwas darauf verlassen (obwohl dies für uns nicht wirklich von Relevanz ist, da man auf dem Wasser sowieso nass wird).
Sobald der Wind etwas nachliess und nur noch mit 3 BF gegen uns blies, machten wir uns frischen Mutes auf und konnten nicht der Versuchung widerstehen, soviel zu paddeln wie möglich (man weiss ja nie, wann der Wind wieder zuschlägt). Nach zehn Stunden auf dem Wasser und anstrengenden 37 Kilometern hatten wir kaum noch die Kraft das Lager aufzustellen und etwas Anständiges zu kochen. Zum Glück waren es am nächsten Tag nur noch zehn Kilometer bis Arsuk, und in Zukunft werden wir uns davor hüten, mehr als sechs
Stunden am Tag zu paddeln, auch wenn das Wetter und die aufgestauten Tage noch so dazu verführen.
In Arsuk lud uns die Direktorin der Schule zu sich ein, wo wir die erste richtige warme Dusche seit zwei Wochen geniessen konnten, und anschliessend durften wir sogar zwei Nächte im Schulhaus schlafen. Wir nutzten die Zeit, um die Reiseberichte zu schreiben, Lebensmittel aufzufüllen, frisches Brot zu backen und diverse Reparaturen an unserem Material vorzunehmen. Ebenfalls nutzten wir die Zeit für eine kleine Wanderung und um etwas vom Dorfleben mitzubekommen. Besonders imponierten uns die Kinder des 120 Seelendorfes. Bei jedem Wetter und tiefen Temperaturen spielten und rannten sie im Dorf herum bis es dunkel wurde (22.30 Uhr) und genossen das Leben sichtlich. Ebenfalls durften wir dem Schulunterricht beiwohnen, wo es pro Klasse nur gerade vier bis sechs Schüler hat. So kommen auf 20 Schüler vier Lehrpersonen.
Woche 4 - Nordwinde (23. Mai) zurück Haupseite Expedition
Frisch gestärkt und unsere Kajaks randvoll mit Lebensmitteln beladen (brauchten sogar einen Schubkarren für den Transport von der Schule zum Meer) machten wir uns am Montag auf den Weg ins 170 Kilometer entlegene Paamiut. Um für alle Fälle gerüstet zu sein, hatten wir für ungefähr einen Monat Lebensmittel mit uns. Selten gibt es in den kleineren Siedlungen einen Laden und wenn es einen hat, mit nur sehr eingeschränkter Auswahl; meistens Trocken- und Gefrierprodukte.
Es grenzte schon fast an ein Wunder – für einmal hatten wir zwischendurch Rückenwind. Mit beinahe 5 BF kamen wir sehr schnell voran und schafften die Tagesetappe von 40 Kilometern in nur gerade sechs Stunden. Auch wenn die Wellen gegen Ende des Tages wegen der einsetzenden Flut fast etwas steil wurden, genossen wir den rasanten Tag. Und zu aller Überraschung hin, als wir in die geschützte Bucht zu unserem geplanten Campplatz paddelten, begrüsste uns eine kleine Jagdhütte.
Obwohl diese innen etwas schmuddelig war, nutzten wir sie zum Kochen und für eine windgeschützte Nacht. Aus der einen Nacht wurden leider dann drei Nächte, da ablandige Winde um die 8 BF uns nicht aufs Wasser liessen. Auch am zweiten Tag, als der Wind nachliess und durch starken Schneefall und dichten Nebel abgelöst wurde, trauten wir uns nicht weiter, da die nächsten 40 Kilometer um heikle und zum Meer offene Landspitzen führten, wo es nur wenig Ausstiegsmöglichkeiten gibt. Nun sassen wir in dieser kalten und von Windböen durchgerüttelten Hütte, am 675. UNO-Spiel und hofften, dass das Wetter am nächsten Tag etwas besser aussehen würde. Auch mussten wir bereits überall Töpfe, Pfannen, Tassen, usw. aufstellen, da das Dach bei einem Sturm teilweise abgedeckt wurde. Alles war feucht und ein modriger Geschmack drang langsam durch alles. Wir überlegten uns ernsthaft, ob wir nicht unser Zelt im Haus aufstellen sollten. Wenigstens gab es einige Fische und es gelang uns, noch eine Stockente erlegen, sodass wir sicher für zwei Tage genug Fleisch hatten.
Nach den drei langwierigen, kalten und nassen Tagen liess der Wind etwas nach und wir konnten uns wieder auf den Weg machen. Natürlich durfte der aus der Gegenrichtung kommende Nordwind nicht fehlen. Uns war bewusst, dass wir mit diesem ab und zu rechnen mussten, weil wir im Süden gestartet waren, aber ein Start im Norden hätte sich wegen des Packeises um einen Monat verzögert. Wie sich während einer Unterhaltung mit einem Fischer zwei Tage später herausstellte, fielen diese Winde dieses Jahr besonders ausgeprägt aus. So wunderten wir schon gar nicht mehr, dass wir beinahe jeden dritten Tag an Land bleiben konnten, da uns diese zähen Nordwinde entgegen bliesen. Und wenn es dann wieder einmal weiter ging, kamen wir uns vor, als ob wir durch Leim paddelten, so langsam ging es voran. Wenigstens schien endlich mal wieder die Sonne für zwei Tage.
Woche 5 – Nebliger Frühlingsbeginn (6. Mai) zurück Haupseite Expedition
„Jetzt haben wir es nun aber wirklich übertrieben“, bemerkte Daniela, als sie noch mit einem Broccoli und zwei Kilo Kartoffeln neben den randvollen Kajaks stand. Mit der nächsten grossen Einkaufsmöglichkeit ganze 380 Kilometer entfernt (es konnte uns niemand so genau sagen, ob es in der kleinen Siedlung Qeqertarsuatsiat, unser nächster Stopp, eine Einkaufsmöglichkeit gibt), hatten wir äusserst grosszügig eingekauft. Zwei voll beladene Einkaufswagen benötigte es, um all die Lebensmittel zu unserer Bleibe zu transportieren und noch einen kompletten Tag, um alles vorzubereiten. Und nicht zuletzt eine ganze Stunde, um alles in den Kajaks zu verstauen.
Die Einwohner von Paamiut waren wiederum äusserst gastfreundlich und hilfsbereit – manchmal fast etwas zu viel für uns. So wurden wir zu verschiedenen Kaffees, Essen, einem Geburtstagsfest und einer Taufe eingeladen. Ebenfalls war es auch immer wieder schön, Leute anzutreffen, denen wir unterwegs auf dem Wasser begegneten (Fischer, Jäger, Elektriker, Firmenchef, usw.). Alle nahmen sich viel Zeit für uns und halfen bei der weiteren Routenplanung. Wir erhielten erneut einige Adressen von Personen, die weiter im Norden wohnen, und bei denen wir übernachten können.
Neben all den Besuchen nutzten wir natürlich auch die Gelegenheit, die mehr als hundert aufgestauten Mails zu bearbeiten und langsam die Planung für unsere Weiterreise nach Canada anzugehen. Obwohl Paamiut über 2'000 Einwohner hat, war es gar nicht einfach, einen Internetanschluss zu finden. Da diese Infrastruktur erst langsam im Aufbau ist, hat es in der ganzen Stadt neben den Anschlüssen in Firmen und Hotels nicht gerade viele in den Privathaushalten.
Als wir uns an den Aufbruch machten, kamen zu unserer Freude noch zwei Familien, die wir kennengelernt hatten vorbei, um sich nochmals zu verabschieden und viel Glück zu wünschen. Für die ganze Woche sahen die Prognosen eigentlich sehr günstig aus, mit viel Süd- und somit Rückenwind, sowie etwas Sonne und drei Tagen Regen. Aber wie schon zuvor mussten wir mit Ernüchterung feststellen, dass es kein Wetterdienst auf die Reihe bringt mit den Wetter- besonders den Windprognosen. Und so kam es, dass am ersten Tag Windstille und am zweiten Tag ein steifer Nordwestwind und somit wieder toller Gegenwind wehte. Also gerade das Gegenteil der Prognose.
Jedoch ist der Frühling von einem Tag auf den anderen angekommen. Das Thermometer hat einen Sprung um zehn Grad gemacht, sodass wir nun Tagestemperaturen zwischen acht und 15 C° und in der Nacht nicht kälter als 2 C° haben. Ebenfalls ist auch die ganze Landschaft wie auf einen Schlag grün geworden. Das Bodengewächs ist übersäht mit Knospen und auch die unzähligen Moose sind am spriessen.
So konnten wir auch wieder wie in der ersten Woche die Mittagspausen an der Sonne geniessen und oben aus den Trockenanzügen schlüpfen. Am zweiten Tag, als wir den gigantischen Sandbänken und dem riesigen Gletscher oberhalb von Paamiut näher kamen, erwartete uns über den Mittag schon die nächste Überraschung. Dicker Nebel rollte vom Meer her an die Küste und hüllte in einer viertel Stunde alles ein. Die Sicht viel auf unter 100 Meter. Und der nächste passable Campplatz, resp. eine Hütte, lag noch 12 Kilometer nördlich. So bahnten wir unseren Weg mittels Kompass und Karte von Insel zu Insel. Als wir dann zum ersten Mal auf unserer Tour das GPS hervor nehmen wollten, hob sich der Nebel binnen Minuten und wir hatten wieder freie Fahrt.
Die Weiterfahrt hatte sich doch sehr bezahlt gemacht; eine praktisch neue und sehr heimelige Schutzhütte erwartet uns, wo wir trotz Regen und Wind eine angenehme Nacht verbringen konnten. Unglücklicherweise wurden wir am nächsten Morgen wieder von dickem Nebel begrüsst. So entschlossen wir uns, die nächste Etappe von 35 Kilometern auf dem offenen Meer, durch die schon kurz nach Flut weit ins Meer reichenden Sandbänke, auf einen Tag mit klarer Sicht zu verschieben. Da der Petrolofen defekt war, sammelten wir ganz viel Schwemmholz und funktionierten ihn zu einem Holzofen um. Mit angenehmen 15 C° in der Hütte konnten wir diesen nebligen und regnerischen Tag mit viel essen, schlafen und dem mittlerweilen 910. UNO-Spiel sogar geniessen.
Aus dem einen Tag wurden nun ganze drei – viel Wind schaufelte grosse Wellen in den sandigen Abschnitt, welcher die Wellen umgehend in die Höhe wirft und so eine Durchfahrt mit grossen Risiken verbunden ist. Am dritten Tag, als die Schaumkronen verschwanden, und zu unseren Gunsten viel Rückenwind herrschte, starteten wir einen Anlauf für die grosse Etappe, um schon nur nach fünf Minuten auf dem Wasser umzukehren. Die Untiefen türmten die Wellen um uns, welche immer mehr über uns hinweg zu brechen drohten. Auch standen die Chancen sehr schlecht, aufs offene Meer zu gelangen, da die Wellen ganz vorne an den Sandbänken aus dem Meer schossen und sich meterhoch überschlugen. Zum x-ten Mal nervten wir uns, dass wir kein kleines Wägelchen dabei haben. Schon auf den zugefrorenen Fjorden, sowie bei den vielen Besuchen in den Dörfern wäre es wirklich hilfreich gewesen. Auch hätten wir jetzt die Kajaks auf dem 35 Kilometer langen Sandstrand ohne Gefahren transportieren können. So hiess es aber mal wieder Tee trinken und abwarten – und hoffen, dass der angekündigte Nordwind (Gegenwind) nicht schon am nächsten Tag eintreffen würde.
Was ironischer Weise natürlich genau wieder zutraf. Die Wellen hatten sich etwas gelegt und es herrschte praktisch Windstille. So machten wir uns bei Zeiten auf den Weg, um schon nur nach einer halben Stunde gegen 3 Bf Gegenwind ankämpfen zu müssen – und dies für die nächsten 35 km / 9.5 Stunden. Auch Daniela’s äusserst ausschweifende Fluchtiraden gegen den lieben Wind halfen nicht weiter, und so kämpften wir uns den ganzen Tag den mit Eisbergen geschmückten Sandstränden entlang.
Woche 6 – Windstille Nachtetappe (13. Mai) zurück Haupseite Expedition
Nach den vergangenen frustrierenden Tagen mit viel Gegenwind stellten wir unseren Rhythmus auf den Kopf: Wandern, schlafen und faulenzen tags über und erst nach 21.00 Uhr aufs Wasser. Und siehe da, schon beim ersten Mal, so gegen Mitternacht waren wir von einer spiegelglatten See umgeben, sodass wir mit anständigen 4 mph (7 km/h) rasch vorwärts kamen. Zwar befanden wir uns noch einige hundert Kilometer entfernt vom Polarkreis, sodass die Sonne kurz am Horizont verschwand, es jedoch nie richtig dunkel wurde. Die Navigation zwischen den vielen kleinen Inseln hindurch war nicht mehr ganz so einfach wie am helllichten Tag, aber immer noch angenehmer als bei Gegenwind unterwegs zu sein.
Durch die grosse Verzögerung der vorangegangenen Woche hatten wir viel mehr Lebensmittel konsumiert, als eigentlich geplant, und damit es nicht knapp werden konnte, entschlossen wir uns, einen kleinen Abstecher nach Qeqertarsuatsiat zu machen, um mal zu schauen, ob wir dort einige Sachen einkaufen konnten.
Schon kurz nach unserer Ankunft kamen verschiedene Bewohner zu uns, die sich für unsere Reise interessierten und uns viele hilfreiche Tipps zu Strömungen und Jagdhütten geben konnten. Einmal mehr waren wir froh, dass wir vor unserer Reise einen Crash-Kurs in Dänisch gemacht hatten, sodass wir uns gut mit praktisch allen Leuten unterhalten konnten. Ein Jäger schenkte uns sogar noch getrockneten Fisch, Rentier und frisches Seehundfleisch für unterwegs.
Ebenfalls erfuhren wir, dass wir Alain und Nathalie, ein Paar aus Monaco, die in vier Jahren um halb Grönland paddeln, um gerade mal drei Tage verpasst hatten. Es wäre wirklich interessant gewesen, mit ihnen Informationen auszutauschen. Zu unserer Überraschung wartete sogar noch ein Brief von ihnen auf der Post für uns mit den wichtigsten News.
Woche 7 – Windstille Nachtetappe (13. Juni) zurück Haupseite Expedition
Die ersten drei Tage nach Qeqertarsuatsiat kamen wir gut voran, mit nur wenig Gegenwind am Morgen und einmal sogar mit etwas Rückenwind. Sobald wir jedoch die Fjorde verliessen, waren wir jeweils bis spät in den Nachmittag von dichtem Nebel eingehüllt, der sich aber zum Glück etwa hundert Meter über dem Wasser festsetzte, sodass die Navigation weiterhin problemlos möglich war. Unterwegs trafen wir wiederum verschiedene Jagdhütten an, die jedoch aufgrund der bevorstehenden Sommerferien meistens schon belegt waren. Umsomehr waren wir überrascht, als wir das „Hotel Sermilik“, eine Hütte von 5 x 2 Metern mit vier Betten, einem Tisch und einem Ofen unbesetzt antrafen. Mit dem anstehenden Erholungs- und Flicktag, verbrachten wir gleich zwei Nächte in dieser gemütlichen Bleibe und nutzten den Tag, um eine neue Schicht Fiberglas auf die Kielstreifen anzubringen, unsere Sachen zu waschen und verzehrten das geschenkte Fleisch. Der getrocknete Fisch, Delphin (oder Wal, haben es nicht so genau verstanden) sowie Rentier schmeckten sehr gut, aber der Seehund lag uns doch etwas schwer im Magen. Mit jedem Bissen triefte das fettige Fleisch, das eigentlich nur aus Fett besteht, so richtig in den Mund. Sicher sehr nahrhaft und reich an Omegafettsäuren, aber nicht gerade unser Geschmack.
Woche 8 – „Ullotuneq“ (20. Juni) zurück Haupseite Expedition
„Ullotuneq“, der längste Tag, welcher auf den 21. Juni fällt, ist gleichzeitig der grönländische Nationalfeiertag. Vergleichbar mit unserem 1. August, finden hier eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen, Reden sowie Feste statt. Leider hatten wir es nicht rechtzeitig in die Hauptstadt Nuuk geschafft, um das Spektakel mitzuerleben. Drei Tagesetappen von der Stadt entfernt, lagen wir an geschützten Plätzen in der Sonne oder fischten im gelegenen Fluss – und warten vor allem mal wieder auf weniger Nordwind, sodass es endlich weiter gehen konnte.
Und tatsächlich, zwei ganze Tage hatten wir nur wenig Nordwind und kamen Nuuk rasch näher. Um die Stadt liegt das zweitgrösste Fjordsystem der Welt. Und mit einer Differenz zwischen high- und low tide von beinahe fünf Metern, trafen wir schöne Strömungen an, die sich sogar zwischen den kleinen Inseln zu Tideraces wandelten. Mit starkem Südwind von 6 Bf, den wir für die letzten sieben Kilometer antrafen, hatten wir die erste grosse Herausforderung vor uns. Zusammen mit den Strömungen bildeten sich an verschiedenen Stellen steile Wellen, die über unsere Boote brachen. Mehr als einmal sahen wir uns schon schwimmen gehen, und nur mit einem „Highbrace“ in letzter Sekunde konnten wir uns retten. Glücklicherweise bewerkstelligten wir es, die Boote in Windrichtung zu halten und gelangten in die geschützte Bucht im alten Kolonialhafen von Nuuk. Dort wartete schon Ole auf uns, der Besitzer eines Kajakladens und einer Kajakschule, der unser Crossing verfolgt hatte und uns zum Kaffe einlud. Nach weiteren zwei Kilometern gelangten wir an den verabredeten Ort, wo uns Jens und Dorothe zu sich nach Hause einluden. Die Beiden haben grosse Welttouren mit einem alten Dieselkutter hinter sich, so dass wir eine spannende Geschichte nach der anderen erfahren durften. Sie sind sehr aufgeweckt und schon eine Stunde nach Ankunft durften wir eine rasante Stadttour geniessen. Wir freuen uns schon richtig auf die kommenden Tage, die wir hier verbringen dürfen.
Woche 9 – Sommer in Nuuk und Flussfahrten (27. Juni) zurück Haupseite Expedition
Regen, Kälte und viel Wind – so präsentierte sich der erste Tag in Grönlands Hauptstadt Nuuk, und wir waren richtig froh, dies aus einem trockenen und geheizten Haus sehen zu können. Erfreulicherweise besserte sich das Wetter gegen Nachmittag, sodass wir mit unseren unzähligen Routinearbeiten in der Stadt (waschen, einkaufen, Informationen beschaffen, Internet, usw.) beginnen konnten. Mit dem Bus, für uns total ungewohnt, ging es in die Stadt, die ein tristes Bild der dänischen Zentralisierungspolitik widerspiegelt. Es scheint, als wurden die Blockbauten total planlos aus dem Boden gestampft und wenn überhaupt, erst im Nachhinein die notwendige Infrastruktur erstellt. Bis zu 1'500 Personen, früher Jäger und Fischer, wurden in einen Block gestopft, wo sie keine Möglichkeit mehr hatten, ihre Beute zu verarbeiten und zu lagern. So darf man sich nicht wundern, dass teilweise noch immer erhebliche soziale Probleme und ein hoher Alkoholkonsum die Bevölkerung von Nuuk beschäftigen. Zum Glück hat die Politik reagiert, und in den neuen Quartieren der Stadt entstehen moderne Wohnanlagen wie in der Schweiz mit viel Umschwung, Spielplätzen und Möglichkeiten zum Trocknen des Fleisches und der Fische.
Da es praktisch nie richtig dunkel wird, hat das Leben hier einen total anderen Rhythmus. Viele Menschen Arbeiten bis Mitternacht, und das gesellschaftliche Leben kommt erst in der zweiten Nachthälfte zur Ruhe. So wurden wir nach einer sehr kurzen Nacht bereits wieder um sechs Uhr von der Sonne geweckt, die an diesem Tag besonders intensiv zu scheinen schien. Mit den vielen Strassen, Beton- und Glasbauten herrschte schon kurz nach zehn Uhr Hochsommer in der Stadt, und obwohl im T-Shirt unterwegs, lief der Schweiss in strömen.
Bei einem Freund der Familie durfte Beni für seine Ellbogen und Schultern eine Akupunkturbehandlung geniessen. Zu unserem Erstaunen erklärte die sonst als Arzt arbeitende Person ganz sachlich, wie es funktioniert, zeigte Daniela wie die Nadeln platziert werden müssen und gab uns ein Pack Nadeln mit auf den Weg. Und tatsächlich, schon am nächsten Tag waren die Schmerzen beinahe ganz weg.
Wiederum durften wir viele spannende Persönlichkeiten in Nuuk kennen lernen, wo wir unsere Geschichten bei Kaffee und Kuchen oder einer Mahlzeit austauschten. Es machte den Eindruck, dass jeder Mensch hier viele besondere Abenteuer erlebt hat. So trafen wir auch immer wieder Leute, die grosse Teile der West- und Ostküste mit dem Kajak bereist haben und uns wertvolle Ratschläge erteilen konnten. Zu unserer Erleichterung hatten sie auch alle etwa die gleichen Schwierigkeiten mit der Ausrüstung wie wir. Ob das Zelt jetzt North Face oder Hilleberg hiess, bei allen hatten die Zeltstangen nach drei bis vier Wochen ebenfalls Risse gezeigt und zerbrachen. Und bei Ole, dem Besitzer des Kajakladens, konnten wir unsere Boote reparieren, sowie eine Manschette am Trockenanzug ersetzen.
Bevor wir uns weiter auf den Weg machten, tischten wir und gegenseitig zum Nachtessen unsere typisch nationalen Gerichte auf. Zur Vorspeise gab es so gegrilltes Rentier, Moschusochse und Fondue, anschliessend einen ganz frischen Seehund sowie getrocknete kleine Fische. Die Leber und Schwimmblase des Seehundes wurden roh und die Fische komplett mit Innereien, Kopf und Flossen verspeist. Auch wenn es etwas eklig tönt, war es gar nicht mal so schlecht, nur sehr gewöhnungsbedürftig.
Nach drei Tagen Pause ging es frisch gestärkt auf die nächste Etappe nach Manitsoq. Auf diese hatten wir uns schon lange gefreut, sie führte uns durch viele enge Kanäle und vorbei an grossen Becken, die mit den Gezeiten zu richtigen Flüssen werden. Nur konnte uns leider niemand sagen, wie sich die Strömungen zeitlich genau entwickeln. So kam es halt mehr als einmal vor, dass wir an einer Stelle einen halben Tag warten mussten, da uns Strömungen von bis zu acht Knoten die Weiterfahrt verunmöglichten. Als wir dann langsam die Übersicht gewannen, ging es rassig voran, auf Wassern schneller als der Linth Kanal. Auf einer Strecke von 300 Metern hatten wir einmal sogar vier Höhenmeter Differenz und zu unserer Freude einige stehende Wellen, die zum surfen einluden. Selbst als wir die Kanäle hinter uns gelassen hatten und auf den Abschnitt mit den tausenden kleiner Inseln gelangten, trafen wir dank den starken Gezeiten immer wieder erhebliche und unvorhersehbare Strömungen an, die das Fortkommen nicht immer einfach gestalteten.
Woche 10 – Wale, Mosquitos und Akupunktur (4. Juli) zurück Haupseite Expedition
Obwohl wir drei Tage Paddelpause in Nuuk geniessen konnten, hatten sich die Ellbogen und Schultern leider noch nicht vollumfänglich erholt. So kam es ab und zu vor, dass dumpfe Schmerzen ein schnelleres Vorankommen und längere Etappen nicht zuliessen. Zum Glück hatten wir ein ganzes Pack Akupunkturnadeln dabei, sodass wir jeweils am Abend die Arme vollpieksen konnten. Und es überraschte uns immer wieder, wie stark die Behandlungen den Heilungsprozess förderten. Praktisch immer waren die Schmerzen für ein bis zwei Tage weg.
Auch unfreiwillig wurden wir in den letzten zwei Tagen mehr als uns lieb war gepiekst. Trotz des unüblich langen Winters waren die Mücken zu Millionen aus ihren Löchern gekommen. So waren wir erstmals um jeden kleinen Windzug froh, der ihnen das Fliegen verunmöglichte. Auf dem Meer hatten wir aber glücklicherweise unsere Ruhe.
Und noch etwas ganz Neues konnten wir hautnah erleben. Auf den letzten Kilometern nach Atammik hörten wir immer wieder ein lautes puffen. Wir dachten uns nicht viel dabei und vermuteten, das Geräusch komme von der Quelle im vor uns liegenden Dorf. Umso mehr haute es uns fast aus den Kajaks, als zwanzig Meter vor uns eine Gruppe Wale laut schnaufend auftauchte, unter uns hindurch schwamm und einige Meter hinter uns wieder auftauchte. Wir hatten schon die Befürchtung, dass sie uns nicht sehen würden und womöglich direkt unter uns wieder auftauchen würden. Anfangs noch mit Unbehagen, später jedoch zu unserer Freude, sahen wir ihnen zu, wie sie kehrt machten und mehrmals um uns herum schwammen, bevor sie endgültig Luft holten, um für längere Zeit abzutauchen.
Woche 11 – Letzte Etappe bis Maniitsoq (11. Juli) zurück Haupseite Expedition
Während der letzten Woche auf unserer Tour schien das Glück nicht mehr auf unserer Seite zu sein. Im kleinen Dorf Attammik las Beni einen Käfer auf, sodass wir im Spital in Maniitsoq Antibiotika fassen mussten. Nichts desto trotz konnten wir die letzte Etappe richtig geniessen, mit sommerlichen Temperaturen und beinahe windstillen Tagen. Nur die Moskitos wurden immer unangenehmer, weshalb ein Aufenthalt ausserhalb des Zeltes ohne Schutznetz nicht mehr möglich war. Nicht nur die Mücken, auch die Fische schienen mit den warmen Temperaturen aufzuwachen, sodass man innert weniger Minuten Dorsch für einige Tage rausholen konnte.
Da in wenigen Tagen in der nächsten Stadt die grönländischen Kajakmeisterschaften stattfanden und mit den Antibiotika nicht zu spassen war, hatten wir uns kurzfristig entschlossen, die letzten zehn Paddeltage mit einem Boot zurückzulegen. Die rasante vierstündige Fahrt führte uns an unzähligen Gletschern, enormen Felswänden, stark strömenden Fjorden und zahlreichen Walen vorbei. Für einmal konnten wir einfach zurücklehnen und die einmalige Landschaft an uns vorbei ziehen sehen. Luxus pur :-)
Dafür erlebten wir in Sisimiut einen kleinen Kulturschock. Es ist die erste Stadt nördlich des Polarkreises und liegt gleichzeitig auf der Strecke von Illuisat und Kangerlussuaq, das jährlich von zehntausenden Touristen heimgesucht wird, oft mit riesigen Kreuzfahrtschiffen. Diese haben einen grossen Einfluss auf die Ortschaft und die Bevölkerung, da ein Grossteil von dieser Branche lebt. Sisimiut war nun auch für uns der erste Ort seit beinahe drei Monaten, wo wir andere Touristen, und sogar 10 Schweizer trafen. Wie wir, hatten sie sich in der Jugendherberge nieder gelassen.
Woche 12 – Greenlandic Kayak Championship (18. Juli) zurück Haupseite Expedition
Dank eines Studenten aus Canada, der sein Phd über den Lebenswandel der Einwohner schreibt und bereits zum dritten Mal die grönländischen Kajakmeisterschaften mitverfolgt, hatten wir die Möglichkeit, mit den lokalen Kajakern in Kontakt zu treten und viel über den Wettkampf, Traditionen und den Spot zu lernen. Der Wettkampf umfasst folgende Disziplinen:
- Short distance race (ca. 3 km) - Long distance race (ca. 20 km) - Roping - Harpooning - Carrying the kayak over portages - Rolling (35 verschiedene Rollen) - Team-Rolling - Team short distance race
Besonders eindrücklich waren all die verschiedenen Sculling-Rollen wie auch jene, die nur mit den Armen ausgeführt werden. Und jene, denen es noch zu einfach war, bekamen einen Backstein in die Hand gedrückt. Ganz speziell war das Walross-Pulling, eine Mutprobe aus der alten Zeit. Damals befestigten die Jäger den Strick der Harpune um den Körper und wuchteten die Lanze in ein Walross, welche sonst schon enorm aggressiv sind. Nur selten kam ein Jäger unverletzt oder mit dem Leben davon. Heutzutage wird das Walross durch ein Auto oder Motorboot ersetzt, welches den Kajaker seitlich durch das Wasser reisst, bis er komplett unter Wasser ist, das Material bricht oder er aufgibt.
Beinahe alle Disziplinen wurden in sämtlichen Altersklassen durchgeführt. Nicht nur die Erwachsenen kämpften bis zum Letzten, um den Ruhm zu ernten, auch schon die 3- bis 5- jährigen Teilnehmer versuchten besonders gut dazustehen – zum Entzücken aller Zuschauer. Und obwohl die Wassertemperaturen um die 5 Grad lagen, waren die meisten im T-Shirt auf dem Wasser unterwegs. Nur beim Rollen durften die Teilnehmer einen dünnen Schutzanzug aus Seehundhaut tragen, der jedoch für den halbstündigen Wettkampf nur wenig gegen die eisigen Temperaturen hilft.
zurück Haupseite Expedition
|